Null-Toleranz-Politik

14. Februar 2017  |  Veröffentlicht in Attacke, News  |  1 Comment

(rk) “Jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspension und des Ausschlusses verboten.” So die UEFA. Aber daran halten muss man sich offensichtlich nicht.

Am Donnerstag spielt Schalke 04 bei PAOK Saloniki. Die Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen in 2013 kommen erneut hoch. Und auch diesmal ist wieder zu erwarten, dass es kein Sonntagsausflug wird. Die Abteilung Fanbelange hat schon einige Hinweise zur Anreise gegeben. Die anreisenden Schalke-Fans werden sich auf strenge Sicherheitsvorkehrungen gefasst machen müssen.

So kommt man etwa nur mit den vor Ort am Weißen Turm bereit gestellten Bussen zum Stadion, wo ein enger Einlass mit massiven Durchsuchungen warten wird. Und es wird Passkontrollen geben, denn nach vorheriger Ansage der Griechen werden keine Schalke-Anhänger mit mazedonischem Pass ins Stadion gelassen.

Mazedonien? Da war doch was? Richtig! Die mazedonische Flagge sollte beim letzten Spiel der Auslöser mit volksverhetzendem Inhalt gewesen sein, der den Polizeieinsatz mit Pfeffersprayeinsatz rechtfertigte. Wie die Polizei aber nun selbst (nach über drei Jahren) feststellte, ist das Zeigen dieser Flagge keine strafbare Handlung.

Die Beziehung zwischen Griechenland und Mazedonien ist gelinde gesagt angespannt. Ohne jetzt tiefer in das politische Thema einzusteigen, so kann man sagen, dass das Problem tief nationalistisch ist.

Die Ultras Gelsenkirchen haben seit 2004 eine enge Fanfreundschaft mit Komiti Skopje, der Ultra-Gruppierung von Vardar Skopje. Die Griechen sehen Schalke-Anhänger, die aus Mazedonien anreisen, daher wie alles, was aus Mazedonien kommt, mit großem Argwohn. Und meinen, diese Menschen pauschal aus dem Stadion fernhalten zu müssen.

FIFA und UEFA fahren seit Jahren Kampagnen gegen Rassismus. “Respect” und “No to Racism” sieht man auf den Banden der europäischen Wettbewerbe.

Die UEFA selbst spricht dabei von einer Null-Toleranz-Politik, toleriert es aber, dass die Griechen keinen Mazedonier ins Stadion lassen, auch wenn er sich friedlich verhält und sich nichts zu Schulden hat kommen lassen. Das ist die reinste Form des Rassismus, und man muss fragen, wie weit es mit der UEFA-Kampagne her ist, wenn man sich nicht mal an die eigenen Grundsätze hält.

Ob die UEFA allerdings überhaupt über diesen Umstand informiert ist, scheint unklar. Die Gespräche liefen wohl bislang bilateral zwischen beiden Vereinen. Es scheint so, dass der Vorstand des FC Schalke 04 eine weitere Auseinandersetzung mit PAOK, der griechischen Polizei und der UEFA scheut. Vielleicht auch, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Es sollte ihm aber dabei bewusst sein, dass er damit den Rassismus aus Saloniki akzeptiert. Das ist inakzeptabel.

Quelle: FC Schalke 04, Twitter-Account

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Responses

  1. Fu says:

    Februar 14th, 2017 at 10:31 (#)

    [...]

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