Vision und Wirklichkeit“

FRÖSI, wir danken Dir. In der nagelneuen Ausgabe des Rostocker Fanzines wurden endlich die Geheimnisse um die Südtribünengesänge im Westfalenstadion gelüftet. Wir haben den Artikel aus dem Hansa-Fanzine ohne eigene Ergänzungen abgedruckt. FRÖSI-Gastautor Oliver B. Hardy untersuchte mit Unterstützung der Uni Bochum die Stadiongesänge und ihren Ursprung am Beispiel eines Fußballvereins aus der verbotenen Stadt.

1) Olé, olé, olé, olé, wir sind die Champions, olé

Am dritten November 1979 spielte Borussia zuhause gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Der 36jährige Maschinenschlosser August Weveldorf holte am Imbißstand für seinen 31jährigen Freund Ole Blomquist, der zu Besuch in Deutschland weilte, eine Schale heißer Champignons. Schon von weitem rief August zu seinem Freund Ole: „Ole, Ole, Ole, Ole, hier sind die Champignons.“ Nun kommt der 45jährige schwerhörige Lagerarbeiter Bodo ins Spiel, welcher direkt hinter unserem schwedischen Freund stand. Bodo verstand nämlich: „Ole, ole, ole, ole, wir sind die Champions.“ In seiner bierseligen Stimmung fiel Bodo gleich mit ein und fünf Minuten später hatte die Südtribüne einen neuen Hit geboren.

2) Olé, hier kommt der BVB

Auch hier waren unsere drei Freunde die Urheber. Selbes Datum, selbes Spiel. Ole litt seit seiner Kindheit an Hämorrhoiden und dieses alte Leiden machte sich im Stadion undankbarerweise bemerkbar. „Oje, swier sommt dä Evavsee“ jammerte Ole. Das ist schwedisch und heißt soviel wie „Oh verdammt, juckt mir der Arsch!“. Der schon erwähnte schwerhörige Bodo verstand jedoch „Ole, hier kommt der BVB!“. Der Song war so erfolgreich, daß er noch Jahre später von diversen Popgruppen gecovert wurde.

3) Marmor, Stein und Eisen bricht, aber Borussia Dortmund nicht

Am 22.12.1959 feierte die Mannschaft von Borussia Dortmund in der volkstümlichen Kneipe ‘Zum Borsigplatz’ Weihnachten. Mit dabei waren auch die treuen Dortmund-Fans Karl Marmor, Dieter Stein, Ingo Eisen sowie Karl-Heinz Kornbrenner. Die Stimmung war sehr gut. Bier und Schnaps flossen in Strömen. Gegen 22 Uhr 32 wurde die Idylle jäh unterbrochen. Nacheinander kotzten Marmor, Stein und Eisen über den Tresen. Totenstille kehrte in die Kneipe ein. Karl-Heinz versuchte den Abend zu retten und stimmte folgende Zeile an: „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber Borussia Dortmund nicht!“. Alle fielen mit ein, der Abend war gerettet und a new song was born…