Attacke – Scheiß Chefs?

(pic) Nicht nur Co-Trainer Hubert Neu sagt mittlerweile: „Die Fans sind unsere Arbeitgeber.“ Daß sich diese Erkenntnis endlich durchsetzt, haben Arbeitgeberhefte wie SCHALKE UNSER, von Arbeitgebern für Arbeitgeber, auch schließlich lange genug gefordert. Der erste Schritt ist also geschafft. Und der Zweite? Da droht den Fans der Gang vors Arbeitsgericht – als Angeklagte.

Denn mit unserem Aufstieg ins Arbeitgeberlager stehen wir arbeitsrechtlich im Abseits: Sforza wurde von den eigenen Anhängern nicht einfach nur gnadenlos ausgepfiffen, sondern regelrecht zur Hatz freigegeben. Genau wie Legat, dem man in der Tiefgarage auflauerte und verprügeln wollte. Genau wie Közle, dessen Freunde man mit Telefonterror gleich mit in Sippenhaft nahm. Als Höhepunkt des Psychoterrors wurde dem Duisburger eine tote Katze an die Tür genagelt. Seine Leistungen und sein Engagement bis hin zur MSV-Hymne sind schlicht vergessen – Közle mußte in panischer Angst untertauchen. Und Legat traute sich auch nicht mehr auf seinen Arbeitsplatz.

Krasse Beispiele für klare Fouls gegen unsere Arbeitgeber-Fürsorgepflicht laut § 618 I BGB und § 62 I HGB: Laut Gesetz müssen wir unsere kickenden Arbeitnehmer vor Beeinträchtigung ihrer Persönlichkeit, vor Gefahren gegen Leben und Gesundheit schützen.

Fazit: Von wegen Sozialpartnerschaft – zu viele Fans scheinen leider Scheiß-Chefs zu sein. Ihnen bleibt nur die Warnung zur Vorsicht: Bei weiterer Vernachlässigung der Fürsorgepflicht haben unsere Arbeitnehmer auf dem Platz ein Leistungsverweigerungsrecht!

Oder schlimmer noch: Uns drohen handfeste Arbeitskämpfe. Wie sagte doch Waldemar Ksienzyk im SCHALKE UNSER-Interview auf die Frage, ob er sich Angriffe pöbelnder Fans wie gegen Effenberg gefallen lassen würde: „Mir könnte es sogar passieren, daß ich über die Bande springe und mir den Kerl schnappe …“