BAFF ist tot! Es lebe BAFF! – Bündnis aktiver Fußballfans

(hs/bob/stu) Neuer Name und neue Schlagkraft? Aus BAFF, dem „Bündnis antifaschistischer Fußball Fan-Clubs und Fan-Initiativen“, wurde auf dem Dezember Treffen in Hattingen das BAFF: „Bündnis aktiver Fußballfans“.

Der Freitag diente wie üblich als Anreisetag der feuchtfröhlichen Begrüßung der alten Bekannten und dem Kennenlernen der neuen Gesichter. Einige Vertreter der Westvereine reisten aufgrund der räumlichen Nähe erst am Samstag morgen an, so daß mit der Tagung, nach einem ausgiebigen Katerfrühstück, mit leichter Verspätung begonnen werden konnte.

Vertreten waren diesmal Fans von folgenden Vereinen: Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, VfL Bochum, Borussia Dortmund, Fortuna Düsseldorf, MSV Duisburg, TSV 1860 München, FC St. Pauli und natürlich Schalke.

Teerunde oder Verein?

Entsprechend der vorgeschlagenen Tagesordnung kam es zuerst zu einigen kritischen Bemerkungen zur Arbeit und Struktur des BAFF, woraus eine längere Diskussion entstand.

Hierbei wurde die Demo in Genf gegen die Versitzplatzung ausgewertet. Es gab an der Vorarbeit zur Demo vieles zu bemängeln, und einige Teilnehmer äußerten Zweifel darüber, ob BAFF jemals in der Lage sein würde, eine vernünftige Fanarbeit auf die Beine zu stellen. Man schöpfte aber gleichzeitig neuen Mut aus den Worten Lennart Johannsons, wonach einige Argumente der Stehplatzverteidiger durchaus nachzuvollziehen seien (siehe Kurzmeldungen). Allerdings: Die Arbeitsweise von BAFF muß auf jedem Fall verbessert werden.

Von der Gründung eines eingetragenen Vereins bis hin zu einer losen Gesprächsrunde wurden die verschiedensten Modelle angesprochen. Als Endergebnis konnten sich die Teilnehmer darauf einigen, ein Grundsatzpapier zu erstellen, welches zum einen die Ziele des BAFF und zum anderen ein Mindestmaß an Organisationsstruktur beinhaltet.

Trotz heftiger Diskussion konnte hier eine Art Konsensentscheidung getroffen werden, was die Kernpunkte anbelangt: Es wird eine offizielle BAFF-Mitgliedschaft geben, die an die Zahlung eines Mitgliedsbeitrages gebunden ist. Darüber hinaus wurde ein neuer Abstimmungsmodus verabschiedet, und beschlossen, die Arbeit auf regionaler Ebene zu intensivieren.

Wie aus Antifaschisten Aktive werden

Nachdem inhaltlich und formal alle Teilnehmer mit dem Ergebnis zufrieden waren, gab es diesbezüglich nur noch einen Punkt zu klären: Da das einst als antifaschistisches Bündnis gegründete BAFF in letzter Zeit seinen Arbeitsbereich wesentlich auf andere Faninteressen, wie z.B. Kommerzialisierung, Versitzplatzung oder Montagsspiele ausgeweitet hat, spiegelte der Name „Bündnis antifaschistischer Fußball Fan-Clubs und Fan-Initiativen“ nur noch einen, wenn auch wichtigen, Teil der Arbeit wieder.

Desweiteren ist das Schlagwort „antifaschistisch“ für einige Leute in einer Art belegt, daß damit „Steinewerfer“ und Chaoten der linksautonomen Szene verbunden werden.

Nach intensiven Überlegungen wurde darüber abgestimmt, den Namen in ‚Bündnis aktiver Fußballfans‘ zu ändern. ‚Aktiv‘ deswegen, weil man sich einig war, daß das ‚A‘ im Namen bestehen bleiben sollte. Ein besseres Wort als ‚aktiv‘ (man nahm hierbei klugerweise Abstand von Vorschlägen wie ‚alkoholisiert‘ oder ‚arbeitsscheu‘) war einfach nicht zu finden. Trotz einiger Gegenwehr und allgemeiner Magenbeschwerden wurde der Vorschlag von der Mehrheit angenommen.

Von Posten und Ämtern

Entsprechend des neuen Grundsatzpapieres wurden noch einige Aufgaben verteilt. Stefan (Fortuna Düsseldorf) übernahm die Verwaltung der Mitgliedsbeiträge und Claudia (VfL Bochum) kümmert sich um die Informationsverteilung. Als regionale Ansprechpartner stehen fünf Leute zur Verfügung. Im Westen übernahm Stuart (Schalke) diese Aufgabe.

Und was kommt jetzt?

Der Sonntag stand dann noch für die Besprechung weiterer Aktivitäten zur Verfügung. So soll in diesem Jahr noch einmal eine bundesweite Aktion zum Erhalt der Stehplätze durchgeführt werden.

In manchen Stadien wie z. B. Dortmund oder Freiburg wurden Tribünenbesucher von den Fans in der Kurve dazu aufgefordert, zusammen aufzustehen, was ja hervorragend geklappt haben soll. So könnte eine solche Aktion auch bei uns auf Schalke aussehen. Auch andere Kampagnen sind im Gespräch.

Zum ersten Mal wollen die BAFFer auch auf regionaler Ebene aktiv werden. Aktionen gegen Rassismus bilden im Westen den Kernpunkt der Aktivitäten. Es wird auch geprüft, ob Fans verschiedener Vereine zu einer gemeinsamen Flugblattaktion gegen Rechts bewegt werden können. Ein weiteres BAFF-Thema sind nach wie vor natürlich die Montagsspiele, auch wenn Schalke als Erstligist nicht direkt betroffen ist.

Zum Thema Versitzplatzung wurde von Volker ein neues Plakat hergestellt (siehe unten). Ein BAFF-Logo wurde auch entworfen. Eventuell wird zusätzlich ein Videoclip herausgebracht, um noch einmal auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.

Anfang Januar fand ein weiteres Treffen der regionalen BAFF-Vertretung im Westen statt, auf dem das o.a. Grundsatzpapier ausgearbeitet wurde. Das nächste bundesweite BAFF-Treffen wird voraussichtlich im Juni in Freiburg stattfinden. SCHALKE UNSER wird Euch auf dem laufenden halten.