Attacke – Lasst den Scheiß sein!

Hallo Schalker Kreisel­-Macher,

mal ehrlich, wen wolltet Ihr eigentlich mit einigen Ausgaben aus der nahen Vergangenheit ärgern? Damit wir uns nicht von vornherein mißverstehen: der Kreisel gehört für uns zu Schalke wie Bier und Bratwurst. Und in der Vergangenheit ist er mehrfach zu einer der besten Stadionzeitungen der Liga gewählt worden. Stimmen wir zu ­ wirklich. Aber mittlerweile vergeben wir jedoch schwere Abzüge in der B­Note für den künstlerischen Gesamteindruck. Beispiele gefällig?

Nix gegen Panini-Sammelbildchen-Werbung im Kreisel. Geht ja nicht um die Frage, ob Panini auf Schalke werben darf oder nicht. Obwohl sieben Bildchen für Einsneunzig ganz schön happig sind. Aber gibt’s da nicht vielleicht auch ein paar Fotos, die andere Spieler als ausgerechnet Möller und Sammer zeigen? Sorgt doch schon für nicht nur leicht erhöhten Blutdruck, wenn uns die Konterfeis der überbezahlten Akteure des Erzrivalen aus dem westlichen Sauerland anstrahlen. Und dann auch noch mit der fetten Überschriften „Die sind Gold wert!“.

Und falls Ihr den Kreisel demnächst von dieser Provokation befreien solltet, dann überlegt doch mal direkt, wie stimulierend die ganzseitige schwarz-gelbe Continentale-Anzeige bei jedem Lüdenscheider Gastauftritt im Parkstadion auf den blau-weißen Kreisel-Leser wirkt. Klar, Werbung muß manchmal auch provozieren. Wissen wir auch, aber damit ist doch schon Benetton auf die Nase gefallen.

Noch was: Was soll der Friede-Freude-Eierkuchen-Kram? Sollen bald vielleicht auch noch die Hymnen der Gastvereine im Parkstadion gespielt werden? Daß in Leverkusen „Blau und weiß“ gespielt und vom Heimpublikum auch akzeptiert wird, ist doch wohl kein ernstgemeintes Argument. Die dortigen Plastik-Fans haben auch der Abschaffung der Stehplätze im Haberland-Stadion zugestimmt, wenn Sie nur selbst weiterhin günstig an Karten kommen.

Und wenn Ihr jetzt noch meint, daß dies doch alles gar nicht so schlimm sei, dann stellt Euch einmal vor, daß ab der nächsten Saison das Lüdenscheider Vereinslied durch das Parkstadion plärrt. Über 69000 pfeifen, was das Zeug hält, und Ernst Kuzorra rotiert im Grabe.