Orden am Revers

(rk) Im November letzten Jahres wurde der Schalker Fan-Initiative vom Deutschen Bundestag der Förderpreis „Demokratie leben“ verliehen, eine Auszeichnung für „herausragendes bürgerliches Engagement“. Wie auch dreißig weitere Initiativen bekamen wir eine Urkunde aus den Händen von Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth überreicht.

Gewiß freuen wir uns über diese Wertschätzung, aber Auszeichnungen von Politikern sind immer so eine Sache. Mit einem feuchten Händedruck und einem verschmitzten Lächeln sagen sie einem „Ganz prima, was Ihr da auf die Beine gestellt habt, macht weiter so.“ Wir von der Schalker Fan-Initiative denken auch, daß wir „ganz prima etwas auf die Beine gestellt haben“, aber das wußten wir schon vorher.

Das Problem ist, daß es meist bei diesen schönen Worten, dem feuchten Händedruck und dem verschmitzten Lächeln bleibt. Um finanzielle Unterstützung für Projekte wie dem Fan-Austausch mit Lech Posen, Newcastle United und Roda Kerkrade mußten wir kämpfen bis zum Umfallen. Die Prioritäten werden in dieser Republik leider z. Zt. anders gesetzt und wir fragen uns, wie das mit dem „macht weiter so“ funktionieren soll, wenn es nur bei diesen leeren Worthülsen bleibt.

Die Brisanz des polnischen Hooliganproblems wird von politischer Seite immer noch total unterschätzt. Immerhin haben diese Fan-Treffen einen Denkprozeß in Gang gesetzt, der riesige Auswirkungen auf die gesamte Fan-Szene in Polen haben kann. Um aber dahin zu kommen, bedarf es sicher noch einiger Fan-Treffen, die aber sicher nicht mit Urkunden finanziert werden können.