Der Wiener Kongreß – Ein Netzwerk gegen den Rassismus im europäischen Fußball

(stu) Mit Stolz nahmen vom 31. Januar bis zum 2. Februar 1999 zwei Vertreter der Schalker Fan-Initiative sowie Bernhard Wengerek vom ersten deutsch-polnischen Schalke Fan-Club „Die Eurofighter ’97” am Seminar „Networking Against Racism in European Football” in Wien teil. Insgesamt 40 Organisationen aus 13 europäischen Ländern kamen in der österreichischen Hauptstadt zusammen.

Sie wollten damit ihre Entschlossenheit verkünden, jede Form von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit im europäischen Fußballsport auch weiterhin massiv zu bekämpfen. Die Teilnehmer des dreitägigen Seminars bestätigten ihre Absicht, über die Landesgrenzen hinaus enger zusammenzuarbeiten und gründeten daher ein europäisches Netzwerk. In diesem Zusammenschluß sind Anti-Rassismus-Kampagnen, Fangruppen, Fanprojekte und Menschenrechtsorganisationen vertreten. Gemeinsam wollen die Organisationen für eine bessere Verständigung zwischen den verschiedenen Völkern und Kulturen eintreten.

Unterstützung für dieses Anliegen bekamen die Teilnehmer unter anderem von der englischen Spielergewerkschaft und dem englischen Fußballverband, die ebenfalls an dem Seminar teilnahmen, sowie von der UEFA, vertreten durch Pertti Alaja, den Generalsekretär des finnischen Fußballverbandes. Alaja outete sich zudem auch noch als Schalke­Fan. Es wurde beschlossen, den Schwerpunkt der Arbeit zunächst auf die Europameisterschaft 2000 in Holland und Belgien zu legen. Mehrere Maßnahmen, um ein verbessertes Klima unter den Fans zu schaffen, sind geplant. Um die Arbeit besser koordinieren zu können, wurde beschlossen, sich regelmäßig zu treffen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Das Netzwerk erhielt den Namen „Football Against Racism in Europe” (FARE).

Wir von der Fan-Initiative haben viel dazugelernt und wichtige Kontakte knüpfen können. Daß wir zusammen mit Stefan Diener vom Bündnis Aktiver Fußball­Fans (BAFF) als Vertreter Deutschlands an dieser historischen Sitzung teilnehmen durften, ist vielleicht eine kleine Anerkennung unserer Arbeit. Wie uns andere Teilnehmer zu berichten wußten, hat der Name Schalke durchaus einen guten Ruf, was das Vorgehen gegen Rassismus angeht.