Weisse noch?! – Zweistellig

(pr) Legendäre Spiele von gestern und vorgestern der Jungs in Königsblau: Die „Weisse Noch?!“-Reise geht diesmal nicht zum grandiosen blau-weißen Auftritt im Westfalenstadion am 23.9.2000, sondern einige Jahrzehnte weiter zurück in die Vergangenheit. Die Beteiligten sind allerdings die Gleichen.

Mit 9:0 hatten die Blauen im Sommer 1939 im Berliner Olympiastadion gegen Admira Wien ihre vierte Deutsche Meisterschaft gewonnen. Fünfmal hatte Ernst Kalwitzki den Ball im Wiener Netz untergebracht, Fritz Szepan, Ötte Tibulski, Ernst Kuzorra und Ala Urban trafen je einmal.

Viel wichtiger war aber, dass ein halbes Jahr später die Dortmunder Borussia mit dem gleichen Ergebnis aus der Glückauf-Kampfbahn geschossen wurde. Es war die Zeit, in der die Schalker gerne mal einen Gegner zweistellig auf die Heimreise schickten. Der VfB Alsum musste dies in der Hinrunde 1939/1940 beim 13:0 ebenso erfahren wie der VfB Gelsenkirchen, der mit dem 11:0 noch gut bedient war. Gegen die Schwarzgelben fehlte allerdings ein Tor zum völligen Glück, trotz einer 5:0-Halbzeitführung wollte der zehnte Treffer nicht fallen.

Am 4.2.1940 konnte der BVB im Stadion „Rote Erde“ die Niederlage in Grenzen halten, so dass die Schalker mit einem mageren 7:0-Erfolg die Heimreise antreten mussten. Der VfL Bochum musste drei Wochen später dafür beim 10:2 ebenso büßen wie Westfalia Herne, die im Folgemonat mit einem 14:0 abserviert wurde. Der CSC 03 Kassel wurde mit 16:0 deklassiert. Im Sommer 1940 wurde mit dem 1:0 gegen den Dresdener SC die fünfte Deutsche Meisterschaft klargemacht, aber irgendwie fehlte da noch was.

Dieses I-Tüpfelchen wurde den Schalker Fans erst am 20.10.1940 serviert. Ernst Kuzorra eröffnete den Torreigen nach zwei Minuten, Hermann Eppenhoff sorgte kurz darauf für das 2:0 und bis zur Pause hatten die Blauen ein beruhigendes 6:0 herausgeschossen. Doch wie im Vorjahr hatte der königsblaue Torexpress danach erst einmal Ladehemmung. Erst in der 70. Minute erhöhte Ernst Kalwitzki auf 7:0, das 9:0-Rekordergebnis stellte Willi Schuh kurz vor Schluss mit einem Schuss in den linken Winkel ein. Erst Fritz Szepan erlöste die Schalker kurz vor dem Abpfiff von einem möglichen Trauma und sorgte für den 10:0-Endstand.

Für den Rekord sorgten:

Gerber, Heinz Hinz, Walter Berg, Herbert Burdenski, Hermann Eppenhoff, Ötte Tibulski, Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, Natz Füller, Ernst Kalwitzki, Willi Schuh

Meister wurde Schalke 1941 übrigens nicht – aber das war ja auch egal.