Attacke: Mehr Transparenz!

Schalkes Gesicht hat sich verändert. Schalke hat ein neues Super-Stadion, es wurden neue Trainingsgelände errichtet und ein Jugendinternat gebaut. Spätestens seit dem UEFA-Cup­Sieg 1997 boomt es rund um die Schalker Geschäftstelle. In der letzten Saison Vizemeister und Pokalsieger, in diesem Jahr Teilnahme an der Champions League – Schalke ist auf dem Weg zu einer Fußball-Großmacht. Und das ist auch gut so.

Gut ist auch, dass Schalke trotz allen Rummels auch immer noch Volksnähe zeigt. Immer wieder betonen die Schalker Verantwortlichen den Kult-Charakter des FC Schalke 04, der sich als „Traditionsverein“ sieht. Als „Verein“ wohlgemerkt. Schalke ist immer noch „e.V.“, doch gleichzeitig auch schon „AG“ – Aktiengesellschaft. Kaum einer hat es richtig wahr genommen, aber seit dem 24.7.2000 gibt es die FC Schalke 04 AG. Anteilseigner und Aufsichtsrat sind dieselben Leute, die auch dem FC Schalke 04 „e.V.“ vorstehen.

Im Oktober flatterte die Mitgliedsausgabe des „Schalker Kreisel“ in unsere Briefkästen. Darin eine Einladung zu einer „außerordentlichen Jahreshauptversammlung“ am 28.11.2001, einziger Tagesordnungspunkt „Änderung des Geschäftsjahres“. „Schon merkwürdig“, dachten wir, „warum ausgerechnet jetzt? Hat da jemand bei der Planung der letzten ordentlichen JHV gepennt? Und warum kann man jetzt nicht einfach bis zur nächsten Jahreshauptversammlung warten und das ganze im Stück abfrühstücken?“.

Im weiteren Text wurde erläutert, man wolle in Zukunft für Schalke 04 AG und Schalke 04 e.V. nur noch einen jährlichen Geschäftsbericht erstellen. „Die Bilanzen vereinheitlichen“, das klingt zwar vernünftig, aber unsere Frage bleibt: Warum muss dafür eine außerordentliche Jahreshauptversammlung einberufen werden?

Dazu passt die Frage, die wir schon im Mai 1998 auf dem Cover zu SCHALKE UNSER 18 stellten: „Wo gehsse Schalke?“. Die Frage scheint aktueller denn je. Geht die Reise dahin, dass der FC Schalke 04 e.V. in die AG eingegliedert werden soll? Ist es so oder ist es nicht so? Die Frage sollte man stellen dürfen.

Dass man uns nicht falsch versteht: In Teilen kann eine Schalke 04 AG wirklich sehr nützlich sein, davon sind auch wir überzeugt. Gewisse Steuervorteile sind da bestimmt nicht zu verachten. Doch wüssten die Fans des FC Schalke 04 und natürlich auch die Mitglieder der Abteilung „Fußball passiv“ des FC Schalke 04 e.V. gerne, wie die Zukunft des „Vereins“ ausschauen soll.

Vielleicht sehen wir ja auch nur Gespenster, aber ein bisschen mehr Transparenz seitens der Verantwortlichen scheint angebracht.