Danke statt Attacke

Was würden wir eigentlich heute machen, wenn Willy Gies, Josef Ferse, Viktor Kroguhl, Johann Kessel, Heinrich Kullmann, Adolf Oetzelmann, Josef Seimetz und Willy van den Berg nicht gewesen wären?

Im Jahr, in dem Giacomo Puccini seine Oper „Madame Butterfly“ veröffentlichte und Jack London seinen „Seewolf“ zu Papier brachte, verzapften andere Personen ziemlichen Unsinn und gründeten unwichtige Vereine und Organisationen wie beispielsweise am 21.5. die FIFA, am 1.7. Bayer Leverkusen und am 18.12. Rot­Weiß Oberhausen.

Ganz anders die Schüler und Lehrlinge, die sich im Mai 1904 trafen, um den Verein Westfalia Schalke zu gründen. Welcher Tag es genau war, ist heute nicht mehr zu ermitteln. Irgendwann im Mai 1904 muss es gewesen sein, es existieren allerdings weder Gründungsprotokolle noch Zeitungsmeldungen aus dieser Zeit. Auf der unebenen Wiese am Haus Goor kickten sie mit einer alten Lederkugel. Schlosserlehrling Willy Gies war Vorsitzender und Spielführer und die Trikots waren rot und gelb, abgeguckt von einer holländischen Mannschaft, die ein Gastspiel in Gelsenkirchen absolvierte.

Am Ende des Jahres hatte der „wilde Verein“, der vom Westdeutschen Spielverband nicht aufgenommen worden war, bereits 16 Mitglieder.

Im folgenden Jahr ging es aufwärts. Der erste richtige Ball wurde angeschafft, die Mannschaft zog zur städtischen Sportanlage an der Taubenstraße um, die Zahl der Aktiven war bereits so groß, dass man eine Reservemannschaft hatte und am 16.10. wurde Ernst Kuzorra geboren. Aber das sind andere und längere Geschichten.

Danke.