Wir haben Bier bis zu Eurer 300-Jahr-Fete

(rk) Wer singt hier alles nur kein Scheiß? Ährwin, Ährwin Weiß! Wer weiß gleich nicht mehr, wie er heißt? Ährwin, Ährwin Weiß! Leute, was war das eine geile Fete! Etwa 350 Mitglieder der Ultras Gelsenkirchen, des Supportersclub und der Schalker Fan-Initiative drängelten sich anlässlich des 100. Geburtstags des FC Schalke 04 am 3. Mai 2004 in die Katakomben der Diskothek Fledermaus und rockten den Saal.

Schon im Vorfeld war klar, dass dieses Ereignis so einige andere „offizielle“ Veranstaltungen in den Schatten stellen wird. Wir brauchten uns wahrlich nicht hinter der Jubiläums-Feier in der Arena und der Musical-Aufführung von „nullvier – Keiner kommt an Gott vorbei“ zu verstecken.

Bei zivilen Preisen (Bier für einen Euro) wurde dann auch sogleich mächtig gebechert. Den musikalischen Opener machten dann die Sober Sister & the 04’s, die mit ihren Oldies im Punkrockgewand als Eisbrecher agierten. Die Acht-Mann-und-Frau-Combo hatte auf den ihr zur Verfügung stehenden zwei Quadratmetern sichtlich ihren Spaß.

Gleich im Anschluss betrat der Altmeister Ährwin Weiß, gehüllt in feinste Ballonseide, das Podest. Der Ruhrpott-Barde Ährwin hatte vor gut zwei Jahren einen heftigen Autounfall. Er war praktisch klinisch tot, keiner hatte ihn mehr auf der Rechnung. Nach zwei Jahren Reha betrat er nun wieder die Bretter, die für ihn immer noch das Leben bedeuten. Bei seinen Gassenhauern „Mäusken, willze mit mich Eis essen gehen“, „Oppa Pritschikowski“ und „Schalke 04 – Liebe im Revier“ wurde er dann auch von der Meute so abgefeiert, wie er dies seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Eigentlich brauchte Ährwin auch nur anwesend sein, denn alle Wahnsinnigen gröhlten aus Leibeskräften seine Lieder mit.

Nettes Schmankerl am Rande: Der Wirt der Diskothek Fledermaus wurde von uns im Vorfeld darauf hingewiesen, genügend Biervorräte bereit zu stellen. Seine Antwort: „Wir haben hier Biervorräte bis zu Eurer 300-Jahr-Feier“. Was sollen wir sagen? Um 22 Uhr war das Pils leer. Kurzerhand wurden weitere Fässer besorgt, bis dahin mussten die Gäste mit Cocktails vorlieb nehmen.

Im Anschluss an Ährwin Weiß versuchte der Kabarettist „Dr. Stolzenfels“ die Meute auf Trab zu halten, was aber angesichts der Höchstleistung von Ähwin sehr schwierig war. Um Punkt 24 Uhr sangen dann Ährwin und die Meute unser Vereinslied. Anschließend legte DJ Arno von Gelsenbeat für den Rest der Nacht so geil auf, dass einige ihre Oberkörperkleidungsstücke wie bei einem Torschrei entblößten. Das wird zwar normalerweise auf dem Spielfeld mit einer gelben Karte geahndet werden, gelb war an diesem Abend aber definitiv nicht angesagt.

Es war einfach ein geiler Abend, schön auch zu sehen, wie eine Fan-Szene durch so ein Event zusammenwachsen kann. Allen Gästen und Organisatoren sei nochmal der höchste Dank ausgesprochen. Eine Wiederholung folgt bestimmt!