Glückauf, liebe SCHALKE UNSER-Redaktion,

ich darf Ihnen ganz herzlich gratulieren zur 50. Ausgabe von SCHALKE UNSER, dem Fan-Magazin der Schalker Fan-Initiative gegen Rassismus! Als Bürgermeister von Lüdenscheid freue ich mich sehr darüber, dass wir Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider seitens der Schalker Fußballfans die „Patenschaft“ für knapp 590.000 Menschen in „Lüdenscheid-Nord“ übernehmen dürfen. Denn zunächst einmal begrüßen wir jede Initiative, die dazu beiträgt, Lüdenscheids Namen über die Stadtgrenzen hinaus positiv bekannt zu machen.

Im Speziellen ehrt mich dies, weil ich nicht verhehlen möchte, dass ich persönlich auch ein schwarz-gelber Fan dieser von Ihnen titulierten „Ruhrgebiets-Exklave“ im Sauerland bin und die Kicker dieses Vereins schon von Kindestagen an in mein Herz geschlossen habe. Damit bin ich nicht alleine, denn die Lüdenscheider Fußballer-Leidenschaft ist in etwa paritätisch schwarz-gelb oder königsblau besetzt, aber in aller erster Linie gilt sie den Farben rot-weiß! Dies auch, wenn unsere Lüdenscheider Kicker bei weitem nicht so erfolgreich waren und sind, wie die zwei anderen in Rede stehenden Mannschaften. Allerdings muss ich zugeben, dass ich die letzte königsblaue Meisterschaft 1958 im zarten Alter von drei Jahren leider nicht wirklich bewusst miterleben konnte. Ganz im Gegensatz zur letzten schwarz-gelben Meisterschaftsfeier, bei der auch ich vor vier Jahren ausgelassen feiern durfte.

Beinahe hätte es ja sogar einmal ein Zusammentreffen der Schalker Knappen mit den echten Bergstädter Kickern in der 2. Bundesliga gegeben. Leider musste sich Rot-Weiss Lüdenscheid zuvor in der Saison 1981/82 vom kleinen Oberhaus verabschieden. In der Oberliga Westfalen gab es in der Saison 1994/95 dann doch noch zwei Begegnungen gegen die zweite Knappen-Mannschaft, an die wir Bergstädter uns sehr gerne zurück erinnern. Ganz im Gegensatz zu den Oberliga-Begegnungen mit der zweiten schwarz-gelben Mannschaft, bei denen sich Lüdenscheids Kicker zwar immer wacker geschlagen haben, sich aber auch zu häufig geschlagen geben mussten.

Liebes SCHALKE UNSER-Team, 50 Ausgaben des Fan-Magazins SCHALKE UNSER zu produzieren, ist eine beachtliche und anerkennenswerte Leistung. Sie ist nur möglich durch Ihren Einsatz, Ihre Kreativität und Ihre Leidenschaft. Das ist echte Fan-Kultur, die Ihren Verein so stark macht und die die Faszination für den Mythos Schalke mit Leben füllt. Verbunden mit dem Engagement gegen Rassismus steht Ihre Fan-Initiative für das, was die gemeinsame Leidenschaft für Fußball zu leisten vermag, nämlich das Überwinden von nationalen und ideologischen Grenzen über die Verbundenheit für DEN einen Sport.

Deshalb würde ich mich sehr darüber freuen, wenn Ihre Fan-Initiative gemäß Ihren eigenen Grundsätzen auch irgendwann das „Existenzrecht“ von „Lüdenscheid-Nord“ anerkennen könnte – denn meiner Ansicht nach sollte man auch den Dortmundern das Recht auf Ihren eigenen Stadtnamen zugestehen. Vielleicht ja in der 100sten Ausgabe..?! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg für SCHALKE UNSER und „Tausend Freunde, die zusammenstehn, dann wird der FC Schalke niemals untergehn.“

Ihr

Dieter Dzewas
(Bürgermeister von Lüdenscheid)