Hilferuf aus Lübben

(usu) Zwischen Unter- und Oberspreewald liegt das Städtchen Lübben. Etwa 15.500 Einwohner, einen Fährmannsverein, einen Nachtwächter und natürlich viele Bäume. Seit gut fünf Jahren gibt es dort auch einen Schalker Fanclub – die Königsblauen Gurken, Attacke Lübben. Dies wäre im SCHALKE UNSER keine Meldung, wenn es nicht in dieser idyllischen Stadt den „Bunker 88“ gäbe, einen privaten Neonazi-Jugendtreff. Die Neonazis haben mehrere Male den Treffpunkt der Königsblauen Gurken beschädigt. SCHALKE UNSER sprach mit Vertretern des Fanclubs.

SCHALKE UNSER:
Wie viele Mitglieder hat euer Fanclub?

KÖNIGSBLAUE GURKEN:
Wir sind zehn Personen. Das ist für die hiesige Gegend richtig viel, denn die meisten sind Anhänger von Cottbus oder Berlin. Wir werden auch beschimpft. Aber wir sind Schalker und lassen uns das nicht wegnehmen.

SCHALKE UNSER:
Könnt ihr euch erklären, warum ihr durch die Neonazis angegriffen wurdet?

KÖNIGSBLAUE GURKEN:
Wir haben in unserer Satzung ganz klar den Passus gegen Rassismus und machen auch deutlich, dass wir dem Rassismus die rote Karte zeigen. Wir wollen auch keine Leute mit rechtsradikaler Gesinnung bei uns haben. Die bekommen keinen Zutritt zu unserem Treffpunkt.

Unser Präsi hat am Auto den Aufkleber der Fan-Initiative: „Schalker gegen Rassismus.“ Er wurde schon häufig angepöbelt und seine Familie bekam Drohanrufe. Irgendwann überlegst du dir dann doch, ob du abends rausgehst.

SCHALKE UNSER:
Wird von der Stadt tatenlos zugeschaut?

KÖNIGSBLAUE GURKEN:
Die Polizisten haben auch Familie. Die haben auch Angst. Wir denken aber, dass man offensiver hätte vorgehen müssen. Es war bekannt, dass das Objekt als Nazitreffpunkt benutzt werden soll, trotzdem wurde der Verkauf nicht verhindert.

SCHALKE UNSER:
Welche Unterstützung erhofft ihr euch von Schalke?

KÖNIGSBLAUE GURKEN:
Es wäre natürlich super, wenn ein bekannter Spieler uns besuchen würde. Das wäre dann ein Signal, dass wir den Verein im Rücken haben. Wenn Gerald Asamoah, als farbiger Spieler, käme, das würde bestimmt Eindruck machen.

SCHALKE UNSER:
Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen euch viel Kraft. Glückauf!

Im Internet­Gästebuch der Stadt Lübben äußern sich die Neonazis ungehindert.