Eindrücke, Filme und eine Torwand

„Innenansichten von außen – Ukrainische Fußball-Kultur im Vorfeld der Euro 2012“

(dsf) Zugegeben: Der Titel der Ausstellung ist etwas komplex – aber das ist das Thema ja auch. Auslöser für diese große Aktion im „stadtbauraum“ in Gelsenkirchen: 2012 findet die EM in Polen und der Ukraine statt – Länder, in denen noch nicht viele Fußball-Fans Erfahrungen gesammelt haben. Lange bevor diese Austragungsorte definiert waren und sich der aktuelle Bezug ergab, begann die Schalker Fan-Initiative mit Jugendaustauschprojekten und Reisen in diese Länder.

Ausstellung

1996 fand bereits der erste Fan-Austausch statt, der den Start des deutsch-polnischen Fan-Projektes „Grenzenlos“ bildete. Im nächsten Jahr gab es einen weiteren Austausch mit Lech Poznan. 2005 fand ein Schüleraustausch zwischen der Gesamtschule Gelsenkirchen­Bismarck und der Sportschule Krakow statt. 2009 nahm ein Team der Fan-Initiative an einem Turnier in Lviv teil und 2010 unternahmen wir eine Fußballreise nach Kiew, die von der Gründung von „Ukrainisch-Deutscher Fan-Club Dawai Kroschka Schalke 04“ gekrönt wurde.

Unsere Erfahrungen (zwischen Gastfreundschaft, Fußballleidenschaft, Hilfsbereitschaft, Gewalt und Korruption) wollten wir teilen und diskutieren – und das gelang auch. Die vielen Gäste nahmen ukrainische Snacks und Getränke, studierten die rund 70 Fotos und Texte, fragten und diskutierten, sahen kurze Filme auf dem Laptop und schrieben fleißig ins Gästebuch. Auch die Idee, Kicker und Torwand in die große Maschinenhalle der ehemaligen Zeche zu schleppen, hat sich gelohnt: Gezockt wurde sogar bei der Ausstellungseröffnung.

Unsere Ausstellung konnte und wollte keine sozialwissenschaftliche oder politische Analyse und auch keine journalistische Reportage ersetzen. Sie konnte aber unsere positiven und negativen Eindrücke schildern, die durch viele Gespräche und intensive Kontakte mit Aktiven und Institutionen vertieft sind. Dass das geklappt hat, zeigt auch die positive Presseresonanz etwa bei „Der Westen“ und 11freunde.de. Herzlichen Dank noch einmal für die Unterstützung von Ergo und die Kooperation mit dem Kulturreferat Gelsenkirchen!