Brot und Spiele

(test-dep) Um eure Gesundheit, euer Wohlbefinden und euren Geldbeutel stets besorgt, haben wir uns stellvertretend für euch in das Abenteuer gestürzt, blau-weiße Erzeugnisse unter schalke-spezifischem Blickwinkel zu testen. Aber nicht den schnöden Quatsch wie Duschgel oder Bademäntel, sondern immer das ganz Gefährliche. Als Vorsichtsmaßnahme sollte dabei DIE REDAKTION nicht vollständig zugegen sein. Das Erscheinen des neuen SCHALKE UNSER sollte schließlich nicht gefährdet werden.

Für den ersten Test haben wir uns einen durch Elektrizität betriebenen S04-Brot-Röster vorgenommen. Super-gefährlich! In zwei Studenten-WGs seien in Badewannennähe platzierte Toaster bereits zur Todesfalle geworden, flocht unlängst ein Freund, der sich selten irrt, ein. Gerüchteweise hieße es außerdem, das Logo unseres geliebten Vereins brenne sich nur auf weißem Grund ein. Diese Herausforderung nehmen wir an, dachten wir uns und besorgten zuerst unterschiedliche Toastbrote. Von „nicht so gesund“ bis „wirklich sehr gesund“ und einmal sogar möglicherweise geheiligt – als kulturpolitisch anerkannte Glaubensgemeinschaft deckt man inzwischen ja auch religiöse Bedürfnisse ab.

Toast

Dann wurde die Testreihe aufgebaut: Der Original-S04-Toaster und im Vergleich dazu der bewährte Toaster der Schalker-Fan-Initiative. Als erstes fiel auf, dass das S04-Modell ein blütenweißes Kabel besitzt, somit blau-weiße Bedürfnisse perfekt erfüllt. Bewertung: 2 Punkte.

Der Vergleichstoaster, obwohl auch in Blau gehalten, konnte da mit seinem schwarzen Kabel nicht mithalten. Die anschließenden Röstergebnisse des S04-Toasters waren erfreulich: Auf allen Toastbrotsorten war das S04-Logo klar zu erkennen. Somit kann auch der Vollkorntoastesser den Verein zum Fressen gerne haben. Bewertung: 3 Punkte.

Der Vergleichstoaster arbeitete ebenfalls ordentlich, war sogar schneller in der Röstung. Da ein Madonnenbild auf dem Toast erschien, waren die Schalker Bedürfnisse nur zum Teil erfüllt. 2 Punkte und langfristig die Errichtung einer Wallfahrtkapelle sind aber drin.

Nun kam die nächste Aufgabe: das Aufbacken von Brötchen. Obwohl wir mindestens eine Viertelstunde gesucht haben, war beim S04-Toaster kein Brötchenaufsatz zu finden. Das Brötchen direkt auf den Toaster gelegt, führte bei demselben zu Verbrennungen dritten Grades und zum Anspringen des Rauchmelders. Bewertung: 2 Punkte Abzug wegen mangelnder Sicherheit. Blau und weiß ein Leben l-a-n-g, singen wir schließlich. Der Antrag des pyrotechnischen Sachverständigen auf einen Extrapunkt wegen des Qualms musste daher mehrheitlich abgelehnt werden.

Der Vergleichstoaster, etwa 5 Euro billiger, gestattete uns, die Brötchen auf den entsprechenden Aufsatz zu legen. Sie wurden wunderbar knusprig und warm – 2 Punkte gab es dafür. Für die sonntägliche Hostienröstung erwiesen sich beide Modelle als tauglich, so man den Mittelstreifen wählte: super knusprig und eindeutig leckerer als in der lokalen Kirche. Kein Logo, keine Marienerscheinung. Deswegen erfolgte das Urteil: zweimal Halleluja.

Zum Abschluss erfolgte der Härte-Test in Gestalt eines komprimierten eiskalten Sonntagsfrühstücks mit Rührei-Schinken-Geschmack. Ein namhafter Werbepartner des Vereins machte es möglich. Das „Der Toast ist schon dran“-Objekt erforderte die volle Kraft der Geräte. Stufe sechs, mindestens. Der Stromzähler rotierte, der Geruch von überhitztem Fett durchzog jetzt den Raum, doch der Rauchmelder schwieg. Die Scheiben sprangen aus den Schächten, ohne Logo, ohne Erscheinungen. Enttäuschend, trotzdem für beide Geräte 1 Punkt. Die Erscheinungen kamen dann aber beim Testessen: Ein schrecklicher Geschmack nach fettiger Panade brannte sich in unsere Papillen.

Um diesen Geschmack wegzubekommen, bedurfte es exakt einer halben Flasche hochgeistiger Getränke aus der Produktion von Kloster Karthaus. Pro Person, versteht sich. Dass wir uns angesichts von heftigen Marienerscheinungen nicht mehr erinnern können, wie der Test ausging, und bei der anschließenden Redaktionssitzung ebenfalls ausfielen, wird da wohl keinen verwundern.

Der vorliegende Artikel stützt sich auf die unvollständigen Testprotokolle vom 29sten Januar 2012. Inzwischen befinden sich alle Beteiligten auf dem Weg der Besserung.