Unser Ziel: Stoppt den Deal!

(ma) Seit mehreren Monaten engagieren sich Schalke-Fans, die in vielen Fällen auch S04-Mitglieder sind, aber nicht zwangsläufig Fanclubs ihr Zuhause nennen, vehement gegen den Deal unseres Vereins mit der katastrophal beleumundeten Ticket-Plattform ,,viagogo”. Der Verein scheint diese Bewegung von unten sehr ernst zu nehmen. Zu diesem Schluss kommt man zwangsläufig, wenn man sich die Reaktionen der Großkopferten mal in Ruhe vor Augen hält.

Die Unterschriftenaktion der ,,viagogo”-Gegner zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die ihre elektronische Heimat auf der Webseite www.viaNOgo.de gefunden hat, wurde und wird behindert, wo immer es nur geht. Informationsstände um das Stadion herum wurden vom Verein verboten. Ordner und teilweise auch die Polizei wurden denjenigen, die sich zu nah an das Vereinsgelände herangetastet hatten, auf den Hals gehetzt. Interessanterweise waren solche Stände bei unseren Auswärtsspielen in Mainz und in Bremen überhaupt kein Problem.

Beim Heimspiel gegen die Hopp-Truppe aus Hoffenheim bekamen fünf Mitglieder unserer Gruppe ein Tageshausverbot, weil sie Flyer innerhalb der Arena zur Info an die Zuschauer verteilt hatten. Wohlgemerkt: Es ging um ein Thema, das den Verein und die Mitglieder betrifft. Nur zwei Wochen später, als die Werksmannschaft aus Leverkusen zu Gast war, setzte die Vereinsführung noch einen drauf: Einem Fernsehteam des WDR, das eine Dokumentation zum Thema ,,viagogo” drehte, wurde die Erlaubnis, auf dem Vereinsgelände zu filmen, verweigert.

Der Schalker Fan-Club Verband (SFCV), inzwischen mehr oder weniger elegant in den Verein integriert, tut wie ihm offenbar geheißen wird und wirft den viaNOgo-Aktivisten Knüppel in den Weg, wo es nur geht. Da gibt es Bezirksleiter, die sich schlichtweg weigern, Informationen an die von ihnen vertretenen Fanclubs weiterzugeben. Vorstandsmitglieder des SFCV, die sich nicht trauen, ,,viagogo” abzulehnen, da sie teilweise auf der Gehaltsliste des Vereins stehen.

Und auch Rolf Rojek, ,,Fanvertreter”, so hat man bisher geglaubt, im Aufsichtsrat des FC Schalke 04, reiht sich ein in die lange Liste all jener Aufsichtsräte, die dem ,,viaNOgo”-Deal zustimmten – selbstverständlich mit ,,gewaltigen Bauchschmerzen”. Man sollte die Apotheken in Gelsenkirchen und Umgebung mal befragen, ob der Verkauf an schmerzstillenden Mitteln am Abstimmungstag im Aufsichtsrat tatsächlich so rapide zugenommen hat.

In diesem Zusammenhang erfuhren die wissensdurstigen Zuhörer bei einer Veranstaltung des SFCV Ende Januar, dass die Vorstellung des Vertrags die Diskussion (wenn man sie wirklich so nennen mag) und die Abstimmung an einem einzigen Nachmittag bzw. Abend durchgezogen wurde. So sieht also die tiefgründige Meinungsbildung zu einem höchst sensiblen Thema in der Führungsetage eines der größten deutschen Fußballvereine aus.

Wie lange kann man ein Thema am Kochen halten, ohne die Leute zu nerven?

Es ist eine Tatsache, dass die Halbwertzeit eines Themas in den Medien stetig abnimmt. War es früher eine Kunst, an Informationen zu kommen, so sind heute viele froh, wenn endlich mal Ruhe ist auf den medialen Kanälen. Das wissen viele, auch unsere Vereinsführung. Momentan wird um die Arena herum eine Politik des Aussitzens praktiziert. Der Verein weiß sehr wohl, wie nicht wenige Stadionbesucher ticken. Die Beschäftigung mit so komplexen Themen wie der Umgang mit den Tickets zählt in der Regel nicht zum Kerninteresse dieser Gruppe. Im Zusammenhang mit unseren Aktionen haben wir oft gehört oder zumindest gespürt, dass der eine oder andere die Prioritäten ganz anders setzt als wir es tun. ,,Hauptsache ich habe meine Karte”; ,,Was habe ich mit ,viagogo’ zu tun?”; ,,Habt Ihr nichts Besseres zu tun, als ständig zu nörgeln”, sind Aussagen, die uns zugegeben nicht gerade erfreut haben. Andererseits ist es ein klarer Erfolg, wie viele Fans wir mit der Weitergabe von Argumenten für unser Anliegen gewinnen konnten.

Die außerordentliche Mitgliederversammlung: Der erste Schritt, um ,,viagogo” aus Schalke zu verbannen

Der allererste Schritt um unser Ziel zu verwirklichen, nämlich ,,viagogo” mit Nachdruck die Tür zu weisen, besteht nach wie vor darin, eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erzwingen. In dieser Veranstaltung sollen die Nachteile und Gefahren dieser Partnerschaft klar aufgezeigt und der Vertrag auf Druck der anwesenden Mitglieder rückgängig gemacht werden.

Vor eine außerordentliche Mitgliederversammlung hat die Satzung aber ein Hindernis gesetzt: So müssen 10 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder, stimmberechtigt sind alle volljährigen Mitglieder, einer solchen Forderung zustimmen. Von den rund 8000 Unterschriften, die wir zur Einberufung der außerordentlichen Mitgliederversammlung benötigen, haben wir inzwischen gut 6000 sammeln können. Das heißt: Egal, was der Verein sich einfallen lässt, um uns zu behindern, wir machen mit dem gleichen Elan wie bisher und mit voller Kraft weiter.

Andere Aktivitäten von viaNOgo – unterschiedliche Wege zu einem gemeinsamen Ziel 

Nach wie vor sind wir im World Wide Web präsent. Die Internet-Seite viaNOgo.de hält alle Interessierten stets auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen, unsere aktuellen Aktivitäten und die nicht endende ,,Tour de Fettnäpfchen” der Vereinsführung unseres Clubs.

Auch die Presse, die Zeitungen, das Radio, die Internetmedien und das Fernsehen werden von uns stets mit sachlichen Informationen und Hinweisen versorgt: Stern TV, BILD, SPIEGEL, ZEIT und dazu noch viele regionale und überregionale Tageszeitungen haben ,,viaNOgo” als Thema entdeckt und in einer Vielzahl von Berichten, Reportagen und Kommentaren ihre überaus kritische Meinung zu diesem Thema kund getan.

Beim Blick über die Grenzen haben wir sehr schnell entdeckt, wie schlecht auch dort die Meinung der Fußballfans und anderer Kunden des Kartendealers über diese Plattform ist: Nicht rechtzeitig zugestellte oder sogar ungültige Karten und die an Wucher grenzenden Preise sind nur die wichtigsten Gründe für den schlechten Ruf des Unternehmens.

So sehr uns die Verbote und die massiven Störmanöver der Führungsriege auch bei der Durchführung unserer Pläne behindern, so beweisen sie eindrucksvoll die Erfolge unserer Initiative: Der Vorstand und seine im SFCV versammelten Hilfstruppen sind extrem dünnhäutig geworden und beginnen in ihren Reaktion immer mehr Fehler zu machen. Diese steigern sich nicht nur in ihrer Häufigkeit, sondern auch in ihren Ausmaßen.

Ob da der Verein nicht die Kraft der öffentlichen Meinung und die Hartnäckigkeit der eigenen Fans unterschätzt hat?

Anmerkung der Redaktion:

Das SCHALKE UNSER hat der Initiative ,,Zusammen gegen viaNOgo” diesen Platz zur Verfügung gestellt und wird dies auch in den folgenden Ausgaben tun. Die Position der Initiative kann in vielen, muss aber nicht in allen Punkten der Meinung des SCHALKE UNSER entsprechen. Dankschreiben und Beleidigungsbriefe, Unterschriftenlisten und einstweilige Verfügungen sowie sämtliche andere Formen der nonverbalen Kommunikation daher bitte ausschließlich an ,,Zusammen gegen viaNOgo” (www.vianogo.de).