(SU) Dem SCHALKE UNSER wurde das Gesprächsprotokoll von Meetings der Schalker Marketing-Abteilung zugespielt. Zum Glück war an Intelligenz wenigstens eine künstliche im Raum, die die Unterhaltung transkribiert hat.
Mitarbeiter 1:
Leute, wir haben ein Problem.
Mitarbeiter 2:
Wir haben keine Probleme, wir haben Lösungen. Um genau zu sein: Wir sind die Lösung! Unser Mantra, bitte!
Alle:
Wir sind die Lösung. Wir sind die Lösung! WIR SIND DIE LÖSUNG!
Mitarbeiter 1:
Dennoch, ich habe von oben einen Einlauf bekommen. Wir sollen jetzt fix was machen, damit mehr Leute für die, äh, (blättert in Unterlagen) ach ja, Genossenschaft unterzeich … ach, hallo, willkommen zurück, wie war die Dienstreise?
Mitarbeiter 3:
(kommt rein, setzt sich)
Hey, Leute, wie ist die Lage?
Mitarbeiter 2:
Blöde Frage. Gut, denn wir sind gut. Unser Mantra!
Alle:
Wir sind gut. Wir sind gut! WIR SIND GUT!
Mitarbeiter 1:
Sehr schön. Aber zurück zum Thema. Also, wir brauchen eine Idee, damit Leute diese, na, (blättert in Unterlagen), ach ja, Genossenschaft gut finden.
Mitarbeiter 3:
Hey, ich habe eine Idee. Ich war doch jetzt auf dieser beschaulichen Dienstreise und …
Der Rest:
Wissen wir!
Mitarbeiter 3:
… und da habe ich mir ja Business-Flug mit extra VIP-Gedöhns gegönnt. Wir haben’s ja. Wisst ihr, was echt geil auf dieser Dienstreise war?
Mitarbeiter 2:
… dass du lecker Essen hattest und dabei nix arbeiten musstest?
Mitarbeiter 3:
Quatsch. Okay, das mit dem Essen stimmt, nix arbeiten machen wir ja eh. Ne, ich meine das Priority-Boarding. Voll geil. Warum machen wir das nicht mit diesen, na, äh …
Mitarbeiter 1:
(nach Blick in Unterlagen):
„Genossen”?
Mitarbeiter 3:
Genau die. Also, warum nicht sowas für die?
Mitarbeiter 2:
Du willst die auf Flüge schicken?
Mitarbeiter 3:
Quatsch. So einen Priority-Zugang zu den Spielen.
Mitarbeiter 1:
Geile Idee. So machen wir das. Denn wir sind geil! Unser Mantra, bitte!
Alle:
Wir sind geil. Wir sind geil! WIR SIND GEIL!
Mitarbeiter 2:
Aber jetzt nicht für alle, oder?
Mitarbeiter 1:
Quatsch. Nur für die, die 40 Anteile gezeichnet haben. Muss ja was exklusives sein.
(Einige Wochen später)
Mitarbeiter 1:
Leute, wir haben schon wieder ein Problem.
Mitarbeiter 2:
Wir haben keine Probleme, wir haben Lösungen. Um genau zu sein: Wir sind die Lösung! Unser Mantra, bitte!
Alle:
Wir sind die Lösung. Wir sind die Lösung! WIR SIND DIE LÖSUNG!
Mitarbeiter 1:
Ja, sehr gut. Aber dennoch, der Vorstand hat mal gezählt. Den tollen Eingang für, na, (blättert in Unterlagen) Fördergenossen – den nutzt gar keiner. Das geht so nicht, hat ja Geld gekostet.
Mitarbeiter 3:
Echt? Dabei haben wir ja sogar das Dach über der Treppe gespart.
Mitarbeiter 2:
Das haben wir nicht gespart, das haben wir weggelassen, um zu zeigen, dass wir eine offene Unternehmenskultur haben. Unser Mantra, bitte!
Alle:
Wir haben eine offene Unternehmenskultur. Wir haben eine offene Unternehmenskultur! WIR HABEN EINE OFFENE UNTERNEHMENSKULTUR!
Azubi: (leise)
… und sind nicht ganz dicht?
Mitarbeiter 1:
Wie bitte?
Azubi:
Ach nix. Ich dachte nur.
Mitarbeiter 2:
Das überlassen wir bitte schön den anderen. Die werden dafür noch besser bezahlt als wir.
Mitarbeiter 1:
Also bitte, bleiben wir beim Thema.
Azubi:
Ganz was Neues.
Mitarbeiter 1:
Was war das?
Azubi:
Nix.
Mitarbeiter 1:
Also, was machen wir jetzt?
Mitarbeiter 3:
Womit?
Mitarbeiter 1:
(blättert in Unterlagen)
Der Eingang für diese, na, Genossen.
Mitarbeiter 2:
Komm, dann machen wir das nicht mehr für 40 Anteile, sondern für 4.
Azubi:
04?
Mitarbeiter 2:
Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst. Aber warum nicht für 4 Anteile?
Mitarbeiter 3:
Guter Plan.
Azubi:
Aber fühlen sich die mit den 40 Anteilen dann nicht vergackeiert?
Mitarbeiter 1:
Quatsch. Das machen wir mit unserem Marketing. Denn wir sind gut. Unser Mantra!
Alle:
Wir sind gut. Wir sind gut! WIR SIND GUT!
Mitarbeiter 2:
Na also. Im Ernst, wer bei unserem Marketing nicht zeichnet, der muss schon dumm sein.
Azubi:
Ich notiere für das Ergebnisprotokoll: Wer bei unserem Marketing zeichnet, der muss schon dumm sein.
Mitarbeiter 3:
Genau. So, äh, kommen wir zu wichtigen Themen. Wohin kann ich auf die nächste Dienstreise?
(An dieser Stelle bricht das Protokoll leider ab.)

