Corona-Pandemie – Umdenken notwendig

(rk) Der Fußball gerät in eine Corona-Krise. Ausgliederung soll jetzt helfen, doch die, die helfen sollen, haben ganz andere, eigene Sorgen.

Die DFL sperrte sich lange gegen einen Stopp der Liga. Es war eine Frage der Zeit, bis die DFL dazu gezwungen wurde. Es gab politischen Druck, erste Spieler und Trainer mussten sich in Quarantäne begeben und danach war auch dem Letzten klar: so geht’s nicht weiter. 

Jetzt geht die DFL davon aus, dass der Ligabetrieb bis Ende April pausiert. Und es danach wieder losgeht? Das ist vermutlich nicht nur sehr optimistisch, sondern auch realitätsfremd. Geisterspiele? Vielleicht. 

Diskutiert wird auch die These, dass das Champions League-Spiel Atalanta Bergamo gegen CF Valencia bei der Ausweitung des Virus eine zentrale Rolle gespielt haben könnte. Dabei geht unter, dass diese These schlicht und ergreifend eine Hypo-These ist und damit vollständig unbewiesen. Es kann so gewesen sein – oder auch nicht. Man wird dies weiter analysieren. Das ändert aber nichts daran, dass dieses “Vielleicht” in der Diskussion untergeht und der Fußball zunächst einmal (mit)schuld ist. Rasch sind also Fußballspiele als “Superspreader” ausgemacht. Damit könnten Spiele mit vollen Zuschauertribünen für sehr lange Zeit ausbleiben. Alles noch sehr unsicher, aber eben ein mögliches Szenario. 

Spieler und Trainerstäbe der Bundesligisten werden nun isoliert, aber nahezu jede Neuinfektion unter den Profis wird zur Quarantäne einer ganzen Mannschaft führen.

Die Schalker Profispieler sollen angeboten haben, auf 30 Prozent ihres Gehalts freiwillig verzichten zu wollen. Das ist löblich. Es wird aber kaum ausreichen, wenn die Einnahmen wegbrechen. Dazu braucht es mehr. Auch Diskussionen um Gehaltsobergrenzen.

Die Geldspirale hat sich im Fußball in den letzten Jahren immer schneller gedreht. Und nun wird sie abrupt gebremst. Man wird nicht davon ausgehen können, dass man sie einfach so weiterlaufen lassen kann. Oder dass nun Investoren einspringen, die den klammen Klubs helfen. Diese “Investoren” haben nun nämlich ganz andere, ureigene Probleme. Sie kämpfen mit einer Rezession, müssen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und werden auch zukünftig mit einer Inflation zu tun haben, die sich üblicherweise einer Rezession anschließt. Wer denkt denn da an Fußball und an seine Millionäre?





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