Attacke: Arachnophobie

(rk) Habt Ihr Angst vor Spinnen? Ja? Meine Freundin hat auch ganz extreme Angst vor den Achtbeinern, ich selbst überhaupt nicht. Immer, wenn irgendwo eine noch so kleine Spinne bei uns rumläuft, ruft mich meine Freundin: „Mach die schnell weg!“ Ich mach die dann immer schnell „weg“ und sage: „Wenn du mich nicht hättest, wäre hier alles voller Insekten.“ Klar, ich bekomm dann die Antwort: „Wenn ich dich nicht hätte, gäb‘ es hier erst überhaupt keine Insekten.“ So sind die Frauen.

Spinnen haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie Netze bauen. Und eben ein solches Ungemach droht nun auch den Schalke-Fans in der Nordkurve. Oft genug wurde von Vereinsseite aus gewarnt, das Werfen von Gegenständen zu unterlassen. Aber es flogen auch weiterhin Feuerzeuge, Bierbecher oder Bananen (letzteres bevorzugt bei Spielen gegen den FC Bayern) in Richtung Spielfeld. Der Schalke-Fan im Allgemeinen lässt es anscheinend an Selbstdisziplin vermissen. Und – das muss man fairerweise hinzufügen – das ist in nahezu allen Blöcken so, nicht nur in der Nordkurve.

Der Verein FC Schalke 04 hatte wirklich viel Geduld mit seinen Fans. „Vertrauen gegen Vertrauen“, hieß das Motto. „Wir bauen euch kein Netz, damit ihr freie Sicht auf das grüne Rechteck habt, und ihr werft nichts in Richtung Spieler, damit wir keine Strafen erhalten.“ In der Bundesliga ist dieses Vereinsverhalten einmalig; Bochum, Kaiserslautern, Lüdenscheid, Gladbach – überall finden sich in „engen“ Stadien schon die Fangzäune, die nicht nur die Sicht verschlechtern, sondern auch Fans und Mannschaft „trennen“. In England hingegen sind Fangzäune durchaus unüblich. Es klingt etwas obskur und paradox, aber hier weiß man sich zu benehmen.

Warum ist das auf Schalke nicht möglich? Ist das alles so schwer zu kapieren, dass man sich durch solche Aktionen am Ende ins eigene Fleisch schneidet?

Trotzdem, man soll die Hoffnung nicht aufgeben, schließlich sind die „Arschloch, Wichser, Hurensohn“-Rufer doch auch verstummt. Leute, lasst einfach den Scheiß und kapiert endlich: Das ist unsere letzte Chance, ein Netz zu verhindern. Ansonsten bekommt Ihr demnächst Probleme, wenn Ihr mit Eurer Freundin ins Stadion geht und die beim Anblick des Netzes sagt: „Mach das mal schnell weg!“