(su) Einmal Sommerloch bis Winterpause. Unser fast realistischer Hinrundenausblick 2026/2027.
Saisonvorbereitung: Fußball-Fans haben die WM in Nordamerika kaum zu Ende ignoriert, da rückt Gelsenkirchen ins Zentrum der Sommerloch-Schlagzeilen: Erneut wurde eine Sparkasse in der Stadt der tausend Feuer um die unterversicherten Inhalte ihrer Bankschließfächer erleichtert. Schalke scheint seine Notgroschen diebstahlsicher versteckt zu haben. Jedenfalls knallt Christina Rühl-Hamers wenige Tage später einiges an Schmuck und Bargeld auf den Tisch und liefert zehn Millionen Argumente für die Erfüllung der Eigenkapitalauflagen. In Lüdenscheid-Nord reparieren Busunternehmen derweil eifrig Blinker, damit herumkutschierte Fußball-Fans auch mal irgendwo an einem Rastplatz rausfahren können. Und dann geht’s auch schon los. Vorfreude. Hymne. Bundesliga-Start.
1. Spieltag: Schalke schlägt in einem mitreißenden Spiel die Eintracht aus Frankfurt mit 3:2. Felix Kroos, der den sofortigen Wiederabstieg des S04 prognostiziert hatte, glänzt an der Seite von Didi Hamann durch wohlinformiertes Maulhalten.
2. Spieltag: Nach der zweiten Saisonniederlage im Heimspiel gegen Schalke wird die Rückkehr von Markus Anfangs nach Bremen zum Thema in den Medien. Nachdem der Weser-Kurier drei Dutzend der bekanntesten Wortwitze durchgespielt hat, platzt Clemens Fritz der Kragen: „Wir müssen mal anfangen, mit Markus Anfang aufzuhören!”
3. Spieltag: Paul Seguin ruft nachts verheult bei Frank Baumann an und verweist auf den nahenden Transferschluss, seine Führungsqualitäten und seine Erstligaerfahrung. Nach dem Satz, “mit mir ist der Klassenerhalt Formsache, das habe ich bei der Hertha bewiesen”, legt der Manager auf.
4. Spieltag: Fast dabei sein ist alles. Clemens Tönnies gibt am Rande der Partie gegen den HSV sein dreißigstes beleidigtes Exklusivinterview seit seiner erfolgreichen Beinahe-Wahl ins Schalker Ehrenpräsidium. Er beklagt, es könne ja schlecht Ruhe im Verein einkehren, solange ständig irgendwer meine, ungefragt mit den Medien über Vereinspolitik zu sprechen. Die Bild betitelt ihn im Laufe des Gesprächs neunmal als “Ex-Ehrenpräsidiums-Kandidaten ohne besondere Befugnisse und mächtigsten Mann auf Schalke”.
5. Spieltag: Der nach der krachenden Heimniederlage gegen Schalke installierte HSV-Interimstrainer “Timmy” – eine von Aktivisten ertränkte Buckelwal-Kuh, die eher durch hanseatisch wortkarge Kabinenansprachen glänzt – explodiert nach einer Fehlentscheidung des Videoschiedsrichters an der Seitenlinie und wird teilweise auf die Tribüne verbannt. Bremen ist etwas neidisch auf den Stallgeruch.
6. Spieltag: Markus Anfang wird nach einer Kapitalerhöhung überraschend für 88 Millionen Euro Handgeld als kostümierter Maskottchendarsteller vom BxB verpflichtet. Die Ruhr-Nachrichten titeln: “Der Anfang vom Ende der Emma!” Markus Anfang ist happy: “Ich kann kein Corona bekommen, ich bin ja eine ungeimpfte Biene!”
7. Spieltag: Felix Kroos weiß auch nicht mehr weiter. Schalke “defends till the end”. Aus der Kabine schallt: “Principles, principles…” Das hatte sich Leverkusen insgesamt anders vorgestellt.
8. Spieltag: Lüdenscheid-Nord beantragt nach dem einseitigen Derby den vorzeitigen Abstieg und den Ausschluss aus sämtlichen Wettbewerben. Abgelehnt. “Da müsst ihr jetzt durch.” In Gelsenkirchen werden Bronzestatuen der allermeisten Schalker Derby-Torschützen enthüllt. Timo Becker hat sich den Rasen als Andenken mitgenommen – inklusive UV-Beleuchtung.
9. Spieltag: Miron Muslic nennt den Sieg in seiner Entstehung am Ende etwas glücklich und betont, man dürfe die Bayern deswegen trotzdem nicht ganz abschreiben. “Wir fokussieren uns nur auf das kommende Spiel und wollen gegen Hoffenheim die 30 Punkte vollmachen.”
10. Spieltag: Der Schalker Auswärtsmob hat sich etwas in einem Dauergesang im Auswärtsblock in Nordlüdenscheid festgesungen und fehlt größtenteils in Sinsheim. Dreimal Schalker Torjubel, dreimal sehr, sehr leise.
11. Spieltag: Markus Anfang wird wegen Erfolglosigkeit als Emma entlassen. Auf Schalke läuft es blendend. Nur lachende Gesichter hinter den Sonnenbrillen beim Funke-Medienball in Ender Ulupinars Loge.
DFB-Pokal: Paul Seguins Traum, auf Schalke zu spielen, geht in Erfüllung. Der Big City Club scheidet aber aus. Ausnahmsweise mal kein Heimspiel für die Hertha beim Pokalfinale in Berlin.
12. Spieltag: Die Legenden Klaus und Abi erinnern sich nicht an bessere Zeiten, was angesichts der sportlichen Lage als gutes Zeichen gewertet wird. “Nee, lass mal, der Yugo macht das richtig gut.” Sie meinen es nicht böse. Gott erhalt’s!
13. Spieltag: Dit is Balin, in anders erstklassig. Hilft aber alles nichts. Soufiane El Faouzi läuft nach dem Sieg noch hurtig die Strecke zwischen Köpenick und Gelsenkirchen im Vollsprint, “um die Beine zu lockern und ein bisschen warm zu werden”. Sein Marktwert steigt proportional zu den gelaufenen Saisonkilometern.
14. Spieltag: Am Rande des Spiels wird bekanntgegeben, dass die Knappenschmiede keine Dixi-Klos mehr als Kabinen benutzen muss. Richtige Kabinen! In echt! Fast wie in Erle, Langenbochum oder Waltrop! Norbert Elgert erinnert sich gerührt an Kabinen aus seiner aktiven Zeit und sagt es mit Enkelmann: “Erfolge sind gelöste Probleme.”
15. Spieltag: Auf der Heimreise vom Spektakel in Gladbach hält der Schalker Mannschaftsbus noch kurz an der Pferdemetzgerei Hobbold in Recklinghausen. Sauerbraten und Buletten für alle. Die Vegetarier fragen nach Veggie-Fohlen oder begnügen sich mit Krautsalat.
16. Spieltag: Schalke erleidet in Paderborn zweimal intensivste Schmerzen zu “Hermann Löns, die Heide brennt” – Ron Schallenberg wischt sich ein bisschen Blut aus den Ohren, freut sich dann aber doch über den eigenen Dreierpack beim Schlusslicht.
17. Spieltag: Uli Hoeneß faselt etwas von Weihnachtsmännern und Osterhasen. Der Uli ist auch alt geworden! Schalkes Miron Muslic mag dem Startrekord nicht zu viel Bedeutung beimessen. “Ich schaue nicht auf die Tabelle, deswegen weiß ich in Wahrheit gar nichts von den 51 Punkten.”
In der Winterpause muss Miron Muslic mehreren von Nikola Katic euphorisierten bosnischen Weltmeisterspielern, die sich als ablösefreie Wechselkandidaten für den S04 ins Spiel gebracht haben, absagen. Schade, Braco.

