Die schönsten Skandale des FC Schalke 04 Teil 18

(rk) Wir schreiben den 6. Dezember 1986: Am Nikolaustag wurde bekannt gegeben, dass Schalke-Präsident Dr. Fenne von seinem Amt zurückgetreten ist. Eine schöne Bescherung, Schalke stand nun ohne Führung und ohne Konzept da. Der Trainer Rolf Schafstall war hilflos, der Manager Assauer beurlaubt. Schalke stand vor einem Trümmerhaufen.

Die verrückte Wahlnacht

Nachdem Rolf Schafstall den Manager Rudi Assauer vor dem Spiel in Frankfurt aus dem Trainingslager verbannt hatte, spitzte sich die Lage zu. In einer Marathonsitzung des Vorstandes und des Verwaltungsrates wurde Assauer vom Vorstand gegen den Willen des Verwaltungsrates entlassen. Einen Tag später wurden Einzelheiten über Assauers Gehalt und seine prozentuale Beteiligung bei der Beschaffung von Werbeeinnahmen bekannt. Demnach musste Schalke dem entlassenen Manager bis zum 30. Juni 1988 noch 630.000 Mark zahlen. Die Rückkehr von Rudi Assauer, der die Spieler fast geschlossen hinter sich hatte, schien dennoch nicht ausgeschlossen, wenn auch in anderer Position (Bereich Marketing).

Zum Glück stand die Winterpause vor der Tür, so dass man erst einmal ein wenig Ordnung machen konnte. Derweil formierten sich die Parteien zu den neuen Vorstandswahlen, die nun auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung am 2. Februar 1987 stattfinden sollte. Diese Versammlung am Montagabend war Schalkes echt würdig: 1316 Besucher im Saal des Hans-Sachs-Hauses, der normalerweise nur 850 Leute fasst, darunter allein 60 Journalisten und vier Kamerateams. High-Noon-Stimmung, rauchgeschwängerte Luft, Schalke war im Ausnahmezustand. Ein Mitglied in angetrunkenem Zustand musste sogar abgeführt werden, weil es mit einer Pistole herumgefuchtelt hatte.

Kandidat Prof. Dr. Meya wollte durch seine guten Beziehungen zum DFB und zu den Vereinsgremien Stimmen sammeln; ihm traute man im Vorfeld am ehesten zu, Schalke wieder finanziell auf Kurs zu bringen. Von Dr. Paziorek über Dr. Fenne bis zu Dr. Westen sprachen sich alle für eine Wahl von Meya aus. Doch Charly Neumann, der ebenfalls auf der Kandidatenliste stand, machte kurz vorher einen Rückzieher, „für Schalkes besten Mann, Günter Siebert“, wie er empfahl. Ein Sturm der Entrüstung entbrannte, als Meya die Managerfrage um Rudi Assauer anstieß, wobei er für eine arbeitsrechtliche Lösung plädierte, denn eine Abfindung sei vom Verein nicht zu verkraften. Eben diese Überlegungen zu Assauer dürften Meya um seine Chance gebracht haben, denn Gegenkandidat Günter Siebert brachte es emotional auf den Punkt: „Er hat 13 Millionen Mark in den Sand gesetzt und sucht jetzt nach Leuten, die dafür die Zinsen zahlen.“

Das Wahlergebnis: Siebert 554 Stimmen – Meya 420. Während der Vorbereitung gab es noch eine Wahlpanne: Die Wahlzettel trugen fortlaufende Nummern, die bei der Verteilung mit den Namen der Mitglieder notiert wurden. Vor der Stimmauszählung gab Wahlleiter Stuckmann bekannt, dass man die Nummern abschneiden würde. Der Meya-Anhang beriet noch zu gleicher Stunde, ob man die Wahl deshalb nicht gerichtlich anfechten könne.

Stolz wie Oskar

Günter Siebert kam, sah und siegte. Noch eine Woche zuvor zapfte er auf Gran Canaria in seinem „Oskar’s Pub“, seit drei Jahren sein selbstgewähltes „Exil“, die Pilschen, doch dann wollte er seinem geliebten Schalke wieder helfen und belebte schlagartig die bis dahin so sterile Szene um die Präsidentenwahl. Montag Abend um Mitternacht war er zum dritten Mal Schalke-Präsident, zumindest bis zum Herbst. Ein wenig verwunderlich war das schon, denn Sieberts zweite Amtszeit endete bekanntlich in einem Chaos. Die Spieler waren zu jener Zeit an Banken und Finanzamt verpfändet, überhaupt hatte er eigentlich nie ein gutes Händchen für die Finanzen, die Schalke nun so dringend brauchte. Um so erstaunlicher, dass er dennoch eine solch respektable Mehrheit erhielt.

Waren seine Wähler etwa Taube und Blinde, Kinder, die einem Rattenfänger nachliefen? Wer sie so abstempelt, geht an der Sache vorbei. Ihre Vereinsliebe mag zwar emotionaler sein als bei anderen, ist aber in keinem Falle kritiklos. Rudi Assauer als Manager hatte sie mit seiner Politik und seinem Wirken vergrault, vom zweimaligen Abstieg ganz zu schweigen. Sie alle hatten in den letzten Jahren keine Heimat mehr gehabt, und in Günter Siebert sahen sie einen, der ihnen diese Heimat zurückbringen konnte. In Schalke hatte er vor allen Dingen stets eines: das untrügliche Gefühl für Stimmungen. Keiner hatte so die Hand am Puls des Fußballvolkes wie er. Neben diesem Instinkt besaß er ein geradezu demagogisches Redetalent. Sein Motto war einfach, aber kam an: „Schalke muss wieder Schalke werden!“

Neuer Präsident, alte Sorgen

Dem Rausch der Siebert-Wahl war schon am folgenden Tag Ernüchterung gefolgt. Ein grauer Alltag voller Schulden. „Ich bin kein Wunderheiler“, bekannte der frischgebackene Vorsitzende, nachdem er sich mit Schalkes Wirklichkeit der roten Zahlen vertraut gemacht hatte. Die Höhe der Verbindlichkeiten lag bei 5,2 Millionen Mark. Immerhin, die anderen Schalker Funktionäre, die eigentlich für eine Wahl von Prof. Meya plädiert hatten, zogen mit. Vize-Präsident Herbert Schmitz, Dr. Große-Darrelmann und Dr. Paziorek sprachen sich für eine loyale Zusammenarbeit aus. Sieberts Sofortprogramm sah nun so aus ­ erstens: Um die Lizenz für die kommende Saison kämpfen. Zweitens: Mit Assauer über die Modalitäten der Auflösung seines Vertrags reden. Drittens: Einen Mann für den Nachwuchsbereich und die Zukunft aufbauen. Das sollte Rolf Rüßmann werden.

Und der räumte den Laden auch gleich auf. Um das finanzielle Fiasko in den Griff zu bekommen, wurde zunächst Gerd Kleppinger an den BVB veräußert. Danach wechselte Kapitän Klaus Täuber „im Paket“ mit Dieter Schatzschneider (zuvor an Fortuna Köln ausgeliehen) für eine Ablösesumme von einer Million Mark zu Bayer Leverkusen. Zuvor war bereits Jürgen Wegmann (Bayern München) verkauft worden. Die Schalker Spieler verzichteten ebenfalls auf zehn Prozent ihres Gehalts, dazu gab es eine Prämienhalbierung. Sicher wäre man mit dem Verkauf von Olaf Thon (noch Vertrag bis 1989) alle finanziellen Sorgen auf einen Schlag los gewesen, doch alle waren mit Siebert einer Meinung: „Ehe der Olaf geht, gehe ich.“

Kurzes Gastspiel

Die Saison brachte Schalke dann noch mehr schlecht als recht zu Ende. Doch Rolf Rüßmann hatte die Gesundschrumpfung in Gang gestoßen. Zudem hatte er einen neuen Werbepartner mit „Dual“ gefunden, der reichlich Geld in die Vereinskassen fließen ließ. Die Schulden konnten auf etwa drei Millionen Mark abgebaut werden. Doch kaum war das alles geschehen, trat wieder eine ungeheure Lässigkeit in den Verein. Spieler wurden wieder überbezahlt, merkwürdige Ablösesummen gezahlt. Rolf Rüßmann wollte sich dafür nicht verantwortlich machen und kündigte nach fünf Monaten im Amt noch vor Saisonstart. Ein wahrlich kurzes Gastspiel. Mit Ex-Manager Rudi Assauer einigte sich der Verein auf einen Vergleich, bis zum 1. Juni 1988 sollte der Verein 350.000 Mark in Raten an ihn überweisen.

Im Aufgebot zur neuen Saison waren von zwanzig Spielern zehn Neue. Darunter Rainer Edelmann (SV Schwetzingen), Michael Klinkert (1. FC Saarbrücken), Claus-Dieter „Pele“ Wollitz (Spvg. Brakel) und die spektakulärste Neuerwerbung: Harald „Toni“ Schumacher. Als Schumacher 1987 seine Autobiografie „Anpfiff“ veröffentlichte und darin Dopingvorwürfe gegen die Bundesliga erhob, setzte ihn der DFB als Kapitän der Nationalelf ab, und der 1. FC Köln löste den Vertrag mit seinem Torwart auf. Es gab wohl niemanden auf Schalke, der sich nicht über diesen gelungenen Schachzug freute. Thon und Toni sollten es richten.

Doch der Start ging gründlich daneben, es gab Niederlagen gegen den HSV (2:5), Hannover 96 (0:2) und den Karlsruher SC (1:4). Im Schalker Gebälk donnerte es bereits kräftig, doch gegen Kaiserslautern (5:0) bot Schalke eine überragende Leistung, und auch die folgenden Partien gegen Bochum (3:1) und Uerdingen (2:0) konnten siegreich bestritten werden.

Gong frei zur nächsten Runde

Es nahte die nächste Jahreshauptversammlung (am 21. September 1987) und damit die nächste Schlammschlacht. Schon im Vorfeld machten Rolf Rüßmann und Günter Siebert gegeneinander Front. Über die Presse beschimpfte der eine den anderen und umgekehrt. Der Ort der Handlung war diesmal das „Sportparadies“ im Berger Felde, denn das Hans-Sachs-Haus war dem Ansturm nicht mehr gewachsen. 115 Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen waren gekommen, um über die Redeschlachten zu berichten. Ihr Kommen sollte sich lohnen.

Im Treibhausklima der Eissporthalle, wo bei Bierpreisen von 3,50 Mark für ein 0,3-Liter-Pils offensichtlich ein weiterer Versuch zur Sanierung der maroden Vereinskasse unternommen wurde, wucherten Hass, Wut und Gemeinheiten. Der Präsident Siebert ging mit der Opposition, angeführt von Rolf Rüßmann und dem Kandidaten Stuckmann, über Kreuz. Rüßmann fuhr schweres Geschütz gegen Siebert und Gefolge auf, während Ex-Vorsitzender Dr. Fenne in einer sachlichen Rechtfertigung um Fairneß bemühte und doch nur Hohn und Spott erntete. Bei der Veranstaltung drohte die „Ideologie Schalke“ zu einer Idiotie zu verkommen. Bierdeckel flogen durch die Halle, ein Nachwurf mit Stühlen schien zu folgen. Es war bereits 22.30 Uhr und es standen immer noch zwanzig Redner auf der Liste, als der damalige Bildungsminister Jürgen Möllemann das Wort ergriff und ein bisschen mehr Anstand, Achtung und Höflichkeit anmahnte: „Ich bin enttäuscht, wie hier seit zwei Stunden dreckige Wäsche gewaschen wird. Machen wir doch ein Ende mit dem Theater“. Der Appell kam an. Anfänglich ausgepfiffen, machte er mit Geschick und Hohlfloskeln („Ich bin stolz, ein Schalker zu sein“) so viel Eindruck auf die verfeindete Mitgliedschaft, dass sie ihn mit stehenden Ovationen honorierten. Endlich konnte gewählt werden.

Günter Siebert wurde mit 37 Stimmen Vorsprung wiedergewählt. Nur gut 50 Prozent für Siebert, der aber zehn Prozent mehr zur Bedingung gemacht hatte. Doch Siebert lenkte ein, frei nach Adenauer, ohne Rücksicht auf sein Geschwätz von gestern. Volker Stuckmann sah sich derweil nicht als Verlierer, sondern eher als „zweiter Sieger“, obschon der Abend eigentlich nur Verlierer hatte. Um zwei Uhr in der Frühe war endlich auch die Wahl des Verwaltungsrates abgeschlossen. Zum Schluss der Veranstaltung kündigte der alte und neue Präsident ein neues Winterfest an, als Stargast wurde Roberto Blanco erwartet ­ „ein bisschen Spaß muss sein.“

Der letzte Abstieg

Auf der sportlichen Seite machten sich bei Schalke immer wieder drei Dinge bemerkbar: Unvermögen, Nervenschwäche und Pech. Und zwar in dieser Reihenfolge. Bis zum Ende der Rückrunde sollte Schalke nur noch ein einziges Spiel gewinnen (gegen Homburg 3:0), so dass Siebert kaum eine andere Wahl blieb als den erfolglosen Trainer Rolf Schafstall zu feuern. Als sein Nachfolger nahm Horst Franz Platz auf der Trainerbank.

Doch auch der konnte das Unheil nicht aufhalten. Es gab noch Neuverpflichtung zweier Dänen, Alex Nielsen und Bjarne Goldbaek, doch kassierte Schalke auch in der Rückrunde so manche Klatsche. Bei den Spielen gegen Kaiserslautern (2:5), Uerdingen (2:5) und vor allem Bayern München (1:8) war auch Toni Schumacher machtlos und danach erst einmal Seelenmassage angesagt. Schalke war mitten im Abstiegskampf, oft spielten sie gar nicht mal schlecht, jedoch war die Torausbeute äußerst mager. Die Wut der Schalker Fans richtete sich vor allem gegen die Neuerwerbung Uwe Tschiskale („Tschiskale raus!“), den die Bayern vor Monaten für sage und schreibe 800.000 Mark von Wattenscheid kauften, der aber, seit er für Schalke spielte, gerade drei Mal ins Schwarze traf.

Trainer Horst Franz verkündete zwar immer wieder Durchhalteparolen, doch es konnten nur noch zwei Schalker Siege bei zwei gleichzeitigen Niederlagen von Waldhof Mannheim den Abstieg verhindern. Selbst auf Schalke glaubte da niemand mehr dran. Günter Siebert mit betretenem Gesicht: „Der Mensch lebt von der Hoffnung, aber wir planen ab sofort für die Zweite Liga.“ Gespräche mit den Spielern sollten folgen, denn für viele gab es keine gültigen Verträge für die Zweite Liga.

Und eines war auch klar: Olaf Thon würde den Verein verlassen. Der Schalker Nationalspieler hatte Angebote zuhauf, entschied sich dann für den FC Bayern (für 3,5 Millionen Mark Ablösesumme). Auch ein Toni Schumacher war in der Zweiten Liga nicht mehr zu finanzieren, er ging in die Türkei ins Tor von Fenerbahce Istanbul. Sein Nachfolger im Schalker Dress wurde Werner Vollack, als zweiter Torhüter wurde ein gewisser Jens Lehmann, damals 19 Jahre alt, von Schwarz-Weiß Essen verpflichtet.

Rolf Rüßmann hatte man unterdessen per „Blauem Brief“ aus dem Verein ausgeschlossen. Rüßmann hatte auch weiterhin massive Vorwürfe gegen den Vorstand und insbesondere Günter Siebert gerichtet. Die gipfelten darin, dass er Siebert verfehlte Einkaufspolitik, erhebliche Neuverschuldung und schlechte Darstellung des Clubs in der Öffentlichkeit vorwarf: „Siebert ist Ballast für den Verein und muss weg!“ Siebert dazu: „Nicht eine Behauptung Rüßmanns stimmt. Wir sind es jetzt leid, er hat den Club in höchstem Maße mit seinen Unterstellungen über Monate hinweg geschadet.“

Ein Hauch von Eurofighter

Bei der Zweitliga-Mannschaft von Schalke gab es einen großen Schnitt, viele Alte gingen (oder mussten gehen), viele Neue kamen. Vielleicht war der Schnitt zu stark. Ingo Anderbrügge wurde vom Revierkonkurrenten BVB losgeeist (er spielte dort vier Jahre), Andreas Müller wechselte vom VfB Stuttgart in den Ruhrpott, hinzu gesellte sich aus der Schweiz vom FC Aarau auch noch Torjäger Uwe Wassmer, Jürgen Luginger von Fortuna Düsseldorf verstärkte die Abwehr. Schalkes junge Truppe hatte bei manchem Auftritt gerade mal ein Durchschnittsalter von 21,5 Jahren.

Mit so einer unerfahrenen Mannschaft musste Schalke Lehrgeld für die fehlende Cleverness zahlen. Es lief einfach nicht rund. Schalke verlor bei Rot-Weiß Essen (1:2), Darmstadt 98 (1:2), gegen Osnabrück (0:2) und in Saarbrücken (1:2). Selbst in der Zweiten Liga stand Schalke schon wieder mit dem Rücken zur Wand.

Die 0:1-Niederlage vor gerade mal noch 7.000 Zuschauern im Parkstadion beim darauffolgenden Spiel gegen Hertha BSC hatte Konsequenzen. Horst Franz musste seinen Trainerstuhl frei machen für einen alten Bekannten: Diethelm „Didi“ Ferner, der Schalke bereits 1984 zum Aufstieg verhalf und dann wegen „fehlenden Charismas“ von Dr. Fenne entlassen wurde, war der neue Mann auf der Kommandobrücke. Der Trainer vom „alten Schlag“ hatte immer noch viele Freunde in Gelsenkirchen, dennoch war es eine mutige Entscheidung, zwei Tage vor der nächsten Schalker Jahreshauptversammlung.

Siebert in die Wüste geschickt

„Das Kapitel Schalke ist für mich abgeschlossen.“ Das sagte Günter Siebert am Abend der Versammlung am 19. September 1988, als er von seinem Präsidentenamt zurückgetreten war. Siebert, von vielen Kritikern gedrängt, hatte am Schluss der Veranstaltung die Vertrauensfrage gestellt und war bei der Abstimmung unterlegen.

Die Konsequenz war der Rücktritt, der in den letzten Wochen schon Tendenzen der Amtsmüdigkeit erkennen ließ: „Da macht man hier als Ehrenamt einen Fulltime-Job und muss sich von jedem öffentlich runterputzen lassen.“ Heruntergemacht wurde Siebert in erster Linie wegen der prekären sportlichen Entwicklung des Vereins – die finanzielle Gesundung auf eine Verschuldung von etwa 1,7 Millionen Mark war weniger ein Thema. Der Schuldenabbau wurde auf Kosten der sportlichen Substanz betrieben. Die Diskussion darum, was man anders und besser hätte machen können, wurde wie so oft emotional geführt. Und am Ende stand fest: Schalkes Fußballvolk schickt Günter Siebert in die Wüste.

Auf einer auf den 21. November 1988 terminierten außerordentlichen Jahreshauptversammlung sollte ein komplett neuer Vorstand und Verwaltungsrat gewählt werden. Einig war sich der Restvorstand darin, die Geschäfte bis zu dieser Versammlung weiter zu führen. Wer sich um Schalkes Präsidentenamt bewerben wird, stand noch nicht fest. Es wurde aber bereits gemunkelt, dass die zwei Oppositionsgruppen um Rolf Rüßmann und Volker Stuckmann antreten wollten.

Schalke kommt aus den Skandal-Schlagzeilen nicht mehr raus. Die Jahreshauptversammlungen geraten zu einer Farce. Es folgt ein Präsident, der für nur drei Tage im Amt war. Und dann war da noch Günter Eichberg. Das alles und vieles mehr in der nächsten Ausgabe des SCHALKE UNSER.