Offener Brief an den DFB

Deutscher Fußball­Bund
Otto-Fleck-Schneise 6
60528 Frankfurt/Main

Gelsenkirchen-Schalke, 29. Januar 2011

Sehr geehrte Damen und Herren!

Hiermit legen wir Widerspruch gegen die Wertung des Bundesligaspiels zwischen dem FC Gelsenkirchen Schalke 04 e.V. und dem TSV 1999 Hoffenheim ein. Den 1:0-Sieg verdanken die Hoffenheimer eindeutig der Verwendung eines grob unsportlichen Mittels: orange-signalfarbene Mannschaftstrikots mit einer amtlich geschätzten Lumen-Zahl von mehr als 3 Millionen. Alle Augenzeugen, insbesondere die mit Farbsehschwächen im rot-grünen Bereich, werden jederzeit den leuchtenden, 3D-ähnlichen Effekt bestätigen, der von den Trikots der Gäste auch noch in 70 bis 100 Metern Entfernung ausging. Sonnenbrillen wurden im Publikum massenhaft gezückt. Nicht grundlos hatte der DFB bereits vor 20 Jahren Bodo Illgner und anderen pfiffigen Torhütern den Einsatz schockfarbener Oberteile verboten.

Denn was die verdienstvollen Mitarbeiter der Wuppertaler Müllabfuhr tagtäglich vor Maulwürfen am Steuer schützt, blendet auf dem Fußballfeld die ungeschützten Augen der Mitspieler und löst so neben natürlichen Schutzreflexen den sogenannten Carpenter-Effekt aus. Dieser, von einem englischen Naturwissenschaftler 1852 erstmals beschriebene Effekt, besagt, dass jede Bewegungsvorstellung einen Antrieb zum Vollzug dieser Bewegung einschließt. Das bedeutet praktisch: Stelle ich mir eine geballte Faust vor, fließen, obwohl ich die Hand nicht bewegt habe, winzig kleine Impulse durch Nerven und Muskeln zu meiner Faust, die sogar messbar sind. Die Neigung des fünfjährigen Fahrradneulings, ausgerechnet mit dem einzigen Baum auf dem riesigen leeren Platz zu kollidieren, lässt sich so naturwissenschaftlich erklären; okkulte Praktiken wie Pendeln und Gläserrücken übrigens auch.

Die Wirkung der Hoffenheimer Trikots auf das Schalker Spiel war beim fraglichen Spiel verblüffend, wenn auch nicht überraschend: Zehn blendende Litfaßsäulen um sich herum verloren die Spieler sofort die Orientierung, konnten die Mitspieler kaum sehen und mussten zusätzlich gegen den permanenten unbewussten Impuls ankämpfen, die Quelle des Lichts mit dem einzigen Werkzeug des Fußballers zu verschließen. Das frühe Gegentor und die Fehlpässe in Serie sind die natürlichen Folgen, weil die Spieler zwangsläufig auf alles schossen, was orangefarben leuchtete. Eine gefüllte Veltins-Arena ist mein Zeuge: Signalfarbene Trikots sind im hohem Maße unfair und wurden zu Recht vom DFB verboten.

Warum das Schiedsrichterteam dieses Outfit zuließ, bleibt uns ein Rätsel. Daher beantragen wir, die Wertung des obigen Spiels aufzuheben, das Ergebnis auf 2:0 für die Heimmannschaft festzusetzen und die betreffenden Schiedsrichter zu rügen. Darüber hinaus schlagen wir vor, die auszumusternden Hoffenheimer Trikots notleidenden Kommunen zur Verfügung zu stellen, damit diese die örtliche Feuerwehren, Müllabfuhren etc. kostenneutral mit Personenschutzoberbekleidung ausstatten können.

In Erwartung eines positiven Bescheids verbleiben wir mit freundlichem

Glück Auf!