Spielregelverderber

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SCHALKE UNSER 85

Eigentlich sollte es einfach sein: Der DFB macht die Regeln, und wer sich nicht daran hält, der ist der Böse. Aber was, wenn die, die die Regeln machen, sich selbst nicht daran halten?

Jetzt konnte man in der Presse lesen: Das Sicherheitskonzept beim Auswärtsderby habe sich bewährt, man könne das seit zwei Jahren reduzierte Kartenkontingent wieder erhöhen. Ach? Damals hieß es noch auf unsere Anfrage an die BxB-Pressestelle, niemand habe die Absicht, das Kontingent zu reduzieren (SCHALKE UNSER 82). Hat man anscheinend doch getan – und geleugnet.

Das Dumme daran nur: Die zugehörige Rechtsgrundlage war seinerzeit noch nicht publiziert. In der mitttlerweile auf den Internetseiten des Deutschen Fußballbundes veröffentlichten Richtlinie findet man inzwischen den Passus, auch folgende Maßnahme sei möglich: „Begrenzung des Verkaufs der Eintrittskarten sowohl für Steh- als auch Sitzplatzbereiche“. Wenn es sich um ein Sicherheitsspiel handelt.

Nur war seinerzeit noch der Text: „Bei besonderem Fehlverhalten der Gästefans könnte beim nächsten Spiel das Kontingent auf fünf Prozent reduziert oder ganz gestrichen werden.“ Eine solche Reduzierung wurde von der Pressestelle aber dementiert.

Seinerzeit war in den Richtlinien auch klar das Fehlverhalten als einzige Ursache genannt, wegen der man das Kontingent reduzieren könne. Und das auch erst als weitere Eskalationsstufe, vorher hätten nach dem eigenen Regelwerk andere Maßnahmen erfolgen müssen.

Am Ende wiegelte man unsere Anfrage mit den Worten ab, man solle doch froh sein, dass nichts passiert ist. Waren wir und sind wir. Wir sind aber mit den Spielregeln nicht einverstanden. Wie wäre es denn gewesen, statt einer Unwahrheit mit den Betroffenen in einen Dialog zu treten? Man hätte darauf hinweisen können, dass es schwierig sei, und man habe darum das Kontingent reduziert.

Dann hätte sich eine offene Diskussion entwickeln können – man hätte in diese Diskussion sogar eintreten können -, wie sinnvoll eine solche Maßnahme ist. Auch im Licht der Tatsache, dass die Randale in Dxxxtmund auch möglich wurde, weil das so genannte „Sicherheitskonzept“ der Polizei Zuschauer gefährdete statt schützte. Und eine Diskussion, ob man den richtigen trifft, der nun draußen bleiben muss oder – ob des reduzierten Kartenkontingents – auf einen teurerer Sitzplatz verwiesen wird. Ein Schaden ist somit entstanden.

Ein Schaden auch in der Glaubwürdigkeit der Profi-Vereine und ihre angeblich professionell organisierten Presstellen. Ebenso wie an dem Image der DFL. Die Saubermänner ignorieren ihre eigenen Regeln und vertuschen, wenn man sie dabei ertappt. Damit schadet man der eigenen Glaubwürdigkeit.

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