Mainz bleibt Mainz26. Januar 2016 | by axt | Lesen | 5 Kommentare

Der FC Schalke 04 steckt in einer Phase, in der wesentliche Machtfragen ungeklärt sind. Das macht das gesamte Gebilde im Augenblick extrem instabil.

Horst Heldts Abschied zum Saisonende gilt als nahezu sicher, er darf aber weiterhin seinen Dienst verrichten und den Kader für die kommende Saison zusammenstellen. Sein voraussichtlicher Nachfolger kommt aus Mainz - und von da käme er dann bereits beschädigt an den Schalker Markt. Denn den Berichten der WAZ lässt sich entnehmen, dass Christian Heidel das Ergebnis eines Alleingangs des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies ist. Im Aufsichtsrat ist offenbar nicht über eine Nachfolge von Horst Heldt diskutiert worden, demnach auch nicht über das Profil, das ein Nachfolger mitbringen sollte. Der Alleingang ist erst “aufgeflogen”, als mutmaßlich der Mainzer Aufsichtsratsvorsitzende Strutz der Presse einen Tipp gab.

Medienberichten zufolge soll Heidel bereits einen Vertrag mit dem FC Schalke 04 unterzeichnet haben. Dieser kann aber erst wirksam werden, wenn der Aufsichtsrat mit 2/3-Mehrheit zustimmt. Um eine der dringlichsten Machtfragen im Verein zu klären, scheint der Aufsichtsrat nun gezwungen, dem Vertrag mit Heidel zuzustimmen, selbst wenn mögliche Bedenken zu seiner Person bestehen. Stimmt der Aufsichtsrat dem Vertrag nämlich nicht zu, bleibt die Machtfrage im Sport-Vorstand bis auf Weiteres ungeklärt. Dies kann weitreichende Auswirkungen haben. So kann man etwa Presseberichten entnehmen, dass sowohl Joel Matip als auch Benedikt Höwedes mit ihren Vertragsverlängerungen zögern, weil die zukünftige sportliche Führung nicht geklärt ist. Auch Spieler, die neu verpflichtet werden sollen, möchten wissen, unter welcher Führung sie zukünftig arbeiten sollen.

Zu Christian Heidel gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Den FSV Mainz 05 hat er in der Bundesliga etabliert. Transfers der besten und wichtigsten Spieler konnten dabei regelmäßig kompensiert werden. Aber Mainz bleibt Mainz, und Schalke bleibt Schalke. Es ist daher sicherlich gestattet, auch Skepsis anbringen zu dürfen, zumal der FSV Mainz 05 die bislang einzige Station von Heidel war und er dort als “König der Provinz” galt. In Verhandlungen mit Schalke 04 hat er auch schon mal Foul gespielt hat (man erinnere sich an den schon länger zurückliegenden Transfer von Mimoun Azaouagh), von ähnlichen Begebenheiten kann auch Horst Heldt berichten. Doch Skepsis lässt sich offenbar nicht mehr in eine Diskussion einbringen, wenn die Tatsachen vollendet sind und Heidel als Mann von Tönnies’ Gnaden gilt.

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