Sachdienliche Hinweise10. Mai 2013 | by axt | Lesen | 2 Kommentare


“Ist dies der öffentlich geforderte Dialog auf Augenhöhe?”, fragt Clemens Tönnies im Kreisel-Interview (Ausgabe 21, Saison 2012/13) die Aktivisten der Vianogo-Kampagne. Und stellt sich selbst ein Bein beim Hingucken.

Dort behauptet er, die Initatoren hätten nicht mit dem Verein reden wollen - nun sind aber beide Mitglied im Kartenausschuss, dem Gremium, in dem Peter Peters lautstark verkündete, Schalke sei nun einmal keine Demokratie. Tja, Augenhöhe. Lieber Aufsichtsratschef, da würde ich doch mal den Vorstand informieren, wie man den Begriff definiert. Den beiden liegt übrigens eine E-Mail vor, dass es nach der Saison ein Gespräch gebe.

Tönnies weiter: “Wir sind dialogbereit. Vor dem Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen haben wir etwa die Bezirksleiter der Fanclubs eingeladen und mit ihnen diskutiert.” Und die beiden vorgeblich nicht gesprächsbereiten Initiatoren haben angefragt, ob sie daran teilnehmen dürfen - und eine Abfuhr erhalten.

Die Diskussion, sagt der Clemens, solle “gerne kontrovers, aber bitte sachlich” erfolgen. Es sollte ihm mittlerweile zu Ohren gekommen sein, dass sein Vorstand diejenigen, die auf dem Vereinsgelände Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung sammelten, von der Polizei vom Gelände hat führen lassen. Nur zur Erinnerung: Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des Vereins, für eine solche Unterschriften zu sammeln, ist absolut satzungsgemäß. Augenhöhe gab es hier nur für die Abgeführten: Sie konnten den Polizeibeamtinnen und -beamten sicher in die Augen schauen.

Später führt der Clemens aus: “Stattdessen haben die Mitglieder der Kampagne zwischenzeitlich einen Anwalt eingeschaltet - ist das der öffentlich geforderte Dialog auf Augenhöhe?” Unter uns: Wenn unser aller Lieblingsfleischfabrikant mit der Polizei auf seinem Firmengelände konfrontiert ist, ruft er unseres Wissens auch erst einmal seine Anwälte herbei.

Hausverbote, Verweise vom Gelände, filzen auf Flyer - wenn der Clemens das als “sachlich” ansieht, bitte, “sachdienlich” oder “der Sache angemessen” ist das nicht.

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