Rot sehen bei rotem Grün23. April 2010 | by axt | Lesen | Kein Kommentar

Hannover - Schalke 4:2

10. April 2010

Hannovers einst blaugelbe Mannschaft ist jetzt rot und ihr Logo ist grün. Und genau darum - und weil man für Versuche immer nur unbedeutende Kommunen wählen sollte - ist ein Teil der Umweltzone nur mit einer grünen Plakette an der Windschutzscheibe zu befahren. So wird ein Obi-Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Stadions fix zum Schalker Treffpunkt.

Parken (fast) an der Arena

Parken (fast) an der Arena

Die Arena selbst lässt sich einfach finden: Man gehe einfach direkt geradeaus durch eine Straße, die wie eine Einfahrt aussieht, kreuze eine weitere, einmal links, dann rechts, über die Brücke und schon ist man am Gästeblock.

Dort erklären einen sicherlich ebenso schlecht bezahlte wie qualifizierte Ordner, dass die offizielle DFL-Merchandise-Kette am offiziellen DFL-Merchandise-Portemonnaie ein akutes Sicherheitsrisiko darstellt, weswegen man sich nach einem kurzen Disput und dem Leeren aller in in Taschen versteckten Gegenstände man sich einigen kann, selbige Kette dort zu verstecken (dort ist ja jetzt Platz) und dann doch noch in den Block zu dürfen und die Stimmung zu starten.

Immerhin zu Beginn ging es noch bergauf

Immerhin zu Beginn ging es noch bergauf

Und die ist da und laut genug, auch wenn Schalker Fans so einen Linksdrall haben, dass alle in den linken Block drängen, wo es voll und voller wird. Einige - die schlau genug sind, nach rechts wechseln zu wollen, erfahren bald, dass man den Block verlassen muss und dann im anderen runterlaufen. Das darf man trotz anderslautender Nummerierung auf der Karte, aber auf keinen Fall die hüfthohe Trennlinie überschreiten.

Die erste Halbzeit war nichts für empfindsame Schalker Seelen: ein Eigentor von Westermann und ein sehr dummes Gegentor fielen. Die Schalker Attacken beschränkten sich auf einen Kopfball in Richtung in Tor. Das war’s.

Untalentierte Sportkommentatoren - welch Pleonasmus - setzen immer in die Welt, nach der Halbzeit sei eine ganz andere Mannschaft auf den Platz gekommen. Das stimmt natürlich nicht, es war die gleiche, wenn nicht die selbe, sie spielte nur gänzlich anders. Auf einmal lief alles zusammen, was vorher nicht funktionieren, und schnell stand es dank Edu nur noch 2:1. Rakitic verwandelte noch einen Elfmeter, der Mob tobte und weiter stürmte Schalke, nur um dann doch noch 4:2 zu verlieren. Wobei das sechste Tor in der Nachspielzeit fiel. Mirko Slomka hat es sicher gut gesehen: Er war mittlerweile auf der Tribüne angekommen.

Auch NDR 1 konnte das alles nicht fassen. “30.000 Zuschauer waren im Stadion, und zwei Drittel davon waren Hannoverfans”, bemühte sich der Sender zu versichern. Vermutlich darum blendeten die Vereinsoberen vor dem Spiel den Text der Hymne ein, sicher ist sicher. Als der NDR noch mit der Fassung rang, waren wir aber schon auf dem Weg zur A2. Und die musste man in Richtung Lüdenscheid-Nord fahren, wollte man nach Hause. Auch das noch.

P.S.: Die Bild-Zeitung Hannover machte an dem Tag auf mit “Enkes Grab geschändet”. Wir waren’s nicht.

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